Benzinzusatz

Drei Prozent der Getreideernte geht für Biosprit drauf

Lediglich rund drei Prozent der aktuellen Getreideernte sind nach Angaben der Branche zu Biosprit verarbeitet worden. Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft teilte am Dienstag mit, dass im Getreidewirtschaftsjahr von Juli 2010 bis Juni 2011 insgesamt 1,39 Millionen Tonnen in Deutschland zu Biosprit verarbeitet worden seien.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (AFP/red) - Das seien exakt 3,16 Prozent der verwendbaren Getreidemenge von knapp 44 Millionen Tonnen.

Für Biosprit wird kein Brotgetreide genommen

Aus den 1,39 Millionen Tonnen Getreide sowie zusätzlich aus Zuckerrüben wurden im vergangenen Jahr laut Verband 583.000 Tonnen Bioethanol produziert: als Beimischung für die Kraftstoffsorten E10 und E5, als reiner Kraftstoff E85 und als Benzinzusatz. "Bioethanol wird aus Futtergetreide erzeugt", betonte Verbandspräsident Dietrich Klein. "Die Bioethanolhersteller verarbeiten kein Brotgetreide."

Deutschland sei beim Getreide kein Selbstversorger mehr

Der Agrarstatistiker Georg Keckl hatte unlängst kritisiert, dass immer mehr Getreide zu Biosprit verarbeitet werde. Dies sei mit ein Grund dafür, dass Deutschland beim Getreide kein Selbstversorger mehr sei. Laut Bioethanolverband wurden im Getreidewirtschaftsjahr 2009/2010 aber nur 1,31 Millionen Tonnen Getreide zu Biosprit verarbeitet, das war demnach ein Anteil von 2,66 Prozent der Gesamtmenge.

Quelle: AFP

Das könnte Sie auch interessieren
  • Biosprit

    Biosprit E10 kaum noch billiger als Super

    Die Einführung des Kraftstoffs E10 mit Bioethanol gilt ohnehin als Flop, doch nun geht dem Biosprit auch langsam der Kostenvorteil verloren. Nach einer Preiserhöhung um zwei Cent fehlen nur noch zwei weitere Cent, um zum Superbenzin E5 aufzuschließen. Da der Verbrauch etwas höher liegt, wird E10 für Autofahrer immer unattraktiver.

  • Benzinpreis

    BP-Chef: E10 verteuert Spritpreise

    BP-Europa-Chef Michael Schmidt steht dem Biosprit E10 eher skeptisch gegenüber. Es mache das Tanken teurer und werde keine Unabhängigkeit vom Rohöl herbeiführen. Den Traum vom Kraftstoff aus Abfällen hält er dagegen für realistisch - als Biokraftstoff der zweiten Generation.

Top