Drehscheibe des EnBW Transportnetzes erneuert

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG verfügt jetzt über eine der europaweit modernsten Steuerungs- und Überwachungsanlagen für überregionale Stromnetze. Nach mehr als fünfjähriger Umbauzeit wurde am Freitag, 4. Februar 2000, die neue Hauptschaltleitung in Wendlingen, Kreis Esslingen, eingeweiht. Die Gesamterneuerung der Netzleittechnik kostete insgesamt rund 34 Millionen Mark. Sie sorgt für einen auch in Zukunft störungsfreien Betrieb des gesamten Höchstspannungsnetzes der EnBW in Baden-Württemberg, organisiert die reibungslose Stromdurchleitungen Dritter und mobilisiert durch eine Netzregelung bei Bedarf automatisch zusätzliche Kraftwerksreserven.


Die Hauptschaltleitung in Wendlingen gehört zur EnBW Transportnetze AG. Zur Überwachung und Steuerung dieses Netzes gibt es bisher zwei Hauptschaltleitungen: in Wendlingen für das frühere EVS-Netz, in Daxlanden bei Karlsruhe für den Bereich des früheren Badenwerks. Ab dem Jahr 2001 soll in Wendlingen die Systemführung für das Übertragungsnetz im gesamten Netzgebiet der EnBW zusammengefasst werden. Damit ist die Wendlinger Hauptschaltleitung fit für die Anforderungen des neuen Jahrhunderts - und für neue Aufgaben, die sich aus der Liberalisierung des deutschen Strommarktes ergeben haben.


Die Erneuerung der veralteten rechnergestützten Netzleittechnik dauerte von 1995 bis Herbst 1998, darauf folgte der Innenausbau der Hauptwarte. Blickfang des Raumes ist nun eine acht mal drei Meter große LCD-Großbildwand mit Rückprojektionsanlage. Als erstes deutsches Verbundunternehmen hatte sich die EnBW für diese neue Technik entschieden. Durch sie ist es möglich, den Zustand des Höchstspannungsnetzes im Gesamtzusammenhang zu visualisieren. Veränderungen im Netz können nicht nur auf den insgesamt acht Monitoren der beiden Arbeitsplätze in der Warte angezeigt, sondern digitalisiert aufbereitet auch auf der Bildwand dargestellt werden können. Auch die Größe und Richtung der momentanen Lastflüsse auf den Leitungen, die prozentuale Auslastung sowie die Spannungen und die Netzfrequenz werden dargestellt. Bis zu 13.000 verschiedene Informationen können durch die neue Technologie verarbeitet und optisch aufbereitet werden. Leitungsstörungen oder -überlastungen sind so schneller zu lokalisiert und zu beheben. Die neue Anlage leistet so einen wesentlichen Beitrag zur Prozessoptimierung. Dies ist nicht zuletzt deshalb von zunehmender Bedeutung, weil die stärkere Auslastung des Netzes als Folge der nun möglichen Stromdurchleitung Dritter zu einer höheren Belastung der Betriebsmittel führt und sie näher an ihre technischen Grenzen rückt.

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