Greentech-Expansion

Dong will Milliarden in deutsche Gaskraftwerke stecken

Der dänische Versorger Dong Energy will in Deutschland Milliarden in neue Kraftwerke investieren. Diesmal versucht es Dong auf dem Gasmarkt, nachdem jahrelange Proteste von Umweltschützern letztendlich den Bau zweier neuer Dong-Kohlekraftwerke verhindert hatten.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/red) - Dong Energy will in Deutschland Milliarden in neue Kraftwerke investieren. Nachdem der dänische Energieversorger vor kurzem wegen jahrelangen Protesten von Umweltschützern seine Pläne für zwei neue Kohlekraftwerke abgesagt hatte, suche er nun Standorte für Gaskraftwerke in Deutschland, sagte Konzernvorstand Kurt Bligaard Pedersen der "Financial Times Deutschland" (Freitagsausgabe). "Das Projekt steht ganz oben auf unserer Agenda." In diesem oder nächsten Jahr wolle man loslegen, nach Möglichkeit entstünden mehrere Neubauten.

Für Dong ist der Ausbau in diesem Segment wichtig, um auf der anderen Seite bei der flächendeckenden Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen in Europa voranzukommen. Denn die schwankenden Strommengen aus Wind und Sonne brauchen einen Ausgleich durch Kraftwerke, die immer zur Verfügung stehen und flexibel an- und ausgeschaltet werden können.

Mit dem Ausgleich durch Gas will der Konzern seine Greentech-Expansion stützen: "Wir haben im vergangenen Jahr unsere Strategie dramatisch geändert", sagte Pedersen, der im Konzernvorstand für Energiemärkte zuständig ist. Bis 2020 soll die Hälfte der von Dong erzeugten Energie aus regenerativen Quellen stammen, bislang sind es lediglich rund 15 Prozent. Die CO2-Emissionen sollen bis dahin ebenfalls um die Hälfte sinken.

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