Aussichtsplattform

Dong will Kraftwerk Lubmin für Touristen attraktiv machen

Auf dem Kesselhaus des geplanten Steinkohlekraftwerks in Lubmin soll nach neuen Plänen des dänischen Investors Dong Energy eine Aussichtsplattform für Touristen installiert werden. Vom Dach des 80 Meter hohen Gebäudes würde sich den Gästen ein großartiger Ausblick auf die Umgebung bieten, sagte Projektleiter Peter Gedbjerg.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Lubmin (ddp-nrd/sm) - "Wir wollen unser Kraftwerk auch für Touristen attraktiv machen und zum Beispiel gemeinsam mit regionalen Tourismusorganisationen Besichtigungen und Betriebsrundgänge organisieren", betonte Gedbjerg.

Denkbar sei die Entwicklung eines langfristig funktionierenden Industrietourismus. So könnten gemeinsam mit der Energiewerke Nord GmbH (EWN) und weiteren künftigen Unternehmen am Standort Lubmin unterschiedliche industrietechnische Führungen angeboten werden.

Gedbjerg sagte, Dong Energy plane schon während der Bauphase entsprechende Informationsaktivitäten. So sollten Besucher am Bauplatz regelmäßig über den Baufortschritt der Anlage informiert werden. Vorgesehen sei auch die Installation einer Kamera, deren Aufnahmen vom Baugeschehen live im Internet präsentiert werden.

Bürgerinitiative: Von negativen Auswirkungen ablenken

Der Vorsitzende der Bürgerinitiative "Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin", Michael Woitacha, bezeichnete den Vorschlag als Schnapsidee. Damit werde versucht, die negativen Auswirkungen des Kraftwerksbaus auf die Tourismuswirtschaft der Region kleinzureden, sagte er. Besucherführungen in Lubmin würden die zu erwartenden Ausfallzahlen vor allem im Gesundheitstourismus in keiner Weise kompensieren.

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hatte den Vorschlag begrüßt. Mit einer Aussichtsplattform auf dem Dach des Kraftwerks könnte das Projekt in die touristischen Pläne der Region eingebunden werden. Der Regierungschef unterstrich, dass er die Pläne zum Bau des Steinkohlekraftwerks zwar nach wie vor kritischer als sein Amtsvorgänger sehe. Zugleich betonte er den Anspruch des Investors auf ein gesetzlich vorgeschriebenes Genehmigungsverfahren.

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