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Dokumentarfilm: Das einst größten Kraftwerk der Welt

Das Kohlekraftwerk Zschornewitz existiert nicht mehr, wohl aber die Amateurfilme der Werkarbeiter. Dieses Filmmaterial ist Ausgangspunkt für Stefan Kolbes und Chris Wrights Dokumentarfilm "Technik des Glücks", der vom Alltagsleben in der DDR, den Menschen und der Geschichte des Kraftwerkes erzählt.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz (red) - Das Kraftwerk Zschornewitz in der DDR war einst das größte Kohlekraftwerk der Welt und selbstverständlicher Mittelpunkt des Lebens. Tausende Menschen machten hier aus Kohle Strom, doch mit dem Zusammenbruch der DDR und der Einführung der Marktwirtschaft verschwand die Arbeit. Alte Aufnahmen von den Kraftwerkern, die sich seit Jahren als Amateurfilmer betätigten, landeten im Keller. Stefan Kolbe und Chris Wright entdecken auf Schmalfilmen und Videobändern der ehemaligen Werkarbeiter ein kollektives Abbild von Vergangenheit und Gegenwart, gefilmte volkseigene Erfahrung. Bilder von der Werkstätigkeit und mit Liebe zum Detail nachgezeichnete Alltagsszenen erzählen vom Leben in der DDR, von der Geschichte des Kraftwerks und von Menschen voller Sehnsucht nach Geborgenheit in der Gemeinschaft.

Mit ihrem Film lassen die beiden Autoren Chris Wright und Stefan Kolbe eine Vision von ausgelöschter Vergangenheit und fehlender Zukunft entstehen. Der Film arbeitet assoziativ verdichtend mit dem Aufscheinen magischer Momente einer vergangenen proletarischen Kultur: eine Archäologie des Lebens in Filmschnipseln. Der an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg entstandene Dokumentarfilm wurde beim Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm 2003 von der FIPRESCI-Jury mit einer lobenden Erwähnung bedacht und erhielt beim Dokumentarfilm Festival Visions du Réel in Nyon 2004 den "Prix Kodak Suisse".

Der Film "Technik des Glücks" wird am kommenden Sonntag, 12. Dezember 2004, um 21.15 Uhr auf 3sat erstmals ausgestrahlt.

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