Koalitionsverhandlungen

Doch (noch) keine Einigung im Atomstreit

Gestern hatten Umweltschützer und Atomkraftgegner kurz aufgeatmet - aber die Freude hielt nicht lang. Während die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, Union und SPD wollten auch in einer Großen Koalition am Atomausstieg festhalten, konnten führende Politiker beider Parteien einen Konsens in diesem Bereich nicht bestätigen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Über die strittige Frage des Atomausstiegs gibt es zwischen Union und SPD noch immer keine Einigung. Der designierte Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und Unions-Fraktionsvize Klaus Lippold (CDU) wiesen gestern abend einen anders lautenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zurück. Es sei "noch nichts vereinbart" worden, sagte Gabriel. "Ein Konsens wurde bisher nicht erzielt", betonte auch Lippold.

Gabriel unterstrich in Berlin, die Gespräche zwischen SPD und Union gestalteten sich hier sehr schwierig. Die Möglichkeiten auf Arbeitsebene zum Kompromiss seien ausgeschöpft. Nun müsse die große Runde entscheiden.

Die Union will eine Verlängerung der Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke erreichen. Die SPD will dagegen am Atomkonsens zwischen Rot-Grün und der Stromwirtschaft festhalten. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte in ihrer Mittwochausgabe vermeldet, die Verhandlungsführer von Union und SPD hätten sich darauf geeinigt, den bestehenden Atomkonsens nicht anzutasten.

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