Kein Vorankommen

Doch kein einheitliches Lade-System für Elektoautos

Mit dem weltweit einheitlichen Stecker für Elektroautos wird es offenbar so schnell nichts. Das im April auf der Hannover-Messe großartig angekündigte Projekt kommt nach Informationen der "Frankfurter Rundschau" wegen Kleinstaaterei selbst in Europa nicht voran.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Frankfurt/Main (afp/ddp/red) - Bedenken gebe es unter anderem in den USA, Japan und Italien, berichtete die "Frankfurter Rundschau" unter Berufung auf den deutschen Autoindustrieverband VDA. So sei etwa in Italien der führende Energiekonzern Enel zwar für den Standard, ein Wettbewerber sträube sich aber. Auch die USA und Japan stellten sich quer und wollten ein System durchsetzen, das besser zu ihrem Stromstandard passe. Für den Stecker nach europäischem Konzept müssten die beiden Staaten, ihre Standards umstellen. Jedoch ermögliche der europäische Stecker eine schnellere Beladung der Autos.

Ein Sprecher des Energiekonzerns RWE relativierte den Bericht und sagte, der Prozess zur Einigung auf den einheitlichen Stecker komme weiter voran. Im Frühjahr habe sich eine Gruppe von rund 20 europäischen, japanischen und US-amerikanischen Energiekonzernen und Autoherstellern auf den gemeinsamen Stecker geeinigt, sagte der Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Jetzt gehe es darum, den Stecker international zum Standard zu machen. Dazu müsse der Stecker von Normungsgremien geprüft und gebilligt werden.

RWE hatte in der Vergangenheit die Einigung auf den einheitlichen Stecker mit vorangetrieben. Zur Gruppe der Unterstützer des Steckers gehören neben RWE unter anderem die Energiekonzerne Eon, EnBW, Vattenfall sowie die Autobauer Daimler, VW und BMW.

Quelle: AFP

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