Standpunkt

DNR-Präsident Weinzierl fordert: Temelin endgültig stilllegen

Umwelt kennt keine Grenzen - aus diesem Grund fordert DNR-Präsident Weinzierl, Temelin wegen erheblicher Sicherheitsmängel stillzulegen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Einen Tag vor der geplanten Inbetriebnahme des Atomreaktors Temelin hat der Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR), Hubert Weinzierl, an die tschechische Regierung appelliert, den internationalen Sicherheitsbedenken Rechnung zu tragen. "Temelin gehört endgültig stillgelegt", forderte Weinzierl heute in Wiesenfelden (Niederbayern).

Weil Umwelt keine Grenzen kenne, sei es legitim, dass Nachbarstaaten angesichts erheblicher Sicherheitsmängel ernsthafte Konsequenzen zum Schutz ihrer Bürgerinnen und Bürger einfordern. "Das hat nichts mit Einmischung, sondern mit Verantwortung zu tun", erklärte der DNR-Präsident. Bei der Ablehnung von Temelin gehe es nicht um eine Kritik an der nationalen Politik des tschechischen Nachbarn, sondern um die sicherheitstechnischen und wirtschaftlichen Mängel eines überaus riskanten und völlig überflüssigen Projekts. Nach Meinung des DNR verfehlt der Atomreaktor in Temelin bei weitem die auch von der internationalen Atomenergieorganisation IAEO geforderten Sicherheitskriterien für neue Atomreaktoren und fällt wegen erheblicher Sicherheitsmängel sogar hinter die mittelmäßigen Sicherheitsstandards der bereits seit den 70-er und 80-er Jahren betriebenen westlichen Reaktoren zurück.

Weinzierl, der auch im Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung für Energiefragen zuständig ist, erinnerte daran, dass am Beginn des 21. Jahrhunderts, in dem die Uranreserven genauso wie die Ölreserven zur Neige gingen, Energieeinspartechniken und die Solarenergie die Optionen der Zukunft seien. "Hier sollten die zukünftigen Investitionen von Staat und Wirtschaft Tschechiens liegen und nicht in der Technik von gestern, wie sie die Atomenergie darstellt", appellierte Weinzierl. Deshalb forderte er auch die internationale Staatengemeinschaft auf, der tschechischen Wirtschaft mit Investitionshilfen den Weg in eine zukunftsfähige Energiepolitik zu erleichtern. "Es liegt in unser aller Interesse, dass das Risiko-Unternehmen Temelin nicht in Betrieb geht", so der DNR-Präsident.

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