Unverantwortlich

DNR lehnt Trittins Atomausstiegsgesetz ab

Der Deutsche Naturschutzring empfindet das Gesetz zum Ausstieg aus der Kernkraft als unverantwortlich und lehnt es deshalb ab.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Deutsche Naturschutzring (DNR) hat bei der Anhörung im Bonner Umweltministerium den von Bundesminister Trittin vorgelegten Entwurf für ein Gesetz "zur geordneten Beendigung zur Kernenergienutzung zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizität" nachdrücklich zurückgewiesen. "Es ist schlicht unverantwortlich, eine Regellaufzeit von 32 Jahren für Atomkraftwerke zu garantieren und das Experiment mit einem möglichen SuperGAU in Deutschland zu wagen," kritisierte DNR-Präsident Hubert Weinzierl.

Aus einer deutschen und amerikanischen Risikostudie über mögliche Atomunfälle gehe hervor, dass statistisch gesehen alle 25 Jahre in einem der 400 Atomkraftwerke weltweit ein "SuperGAU" eintreten könne, begründet der DNR seine Kritik. Die Nutzung der Atomenergie sei neben den genannten Risiken beim Betrieb auch wegen der erheblichen Risiken bei der Gewinnung, der Herstellung, des Transports und der Aufbereitung von Kernbrennstoffen nicht länger verantwortbar.

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