Wegen Bevölkerungsanstieg

DIW-Wochenbericht: Trendwende bei Emissionen nicht in Sicht

In seinem neusten Wochenbericht prangert das Deutsche Institut für Wirtschaftsförderung die Entwicklung des weltweiten Kohlendioxidausstoßes an. Kaum ein Land befinde sich auf dem in Kyoto vorgezeichneten Reduktionspfad.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Entwicklung der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen steht in krassem Gegensatz zu den Erfordernissen des Klimaschutzes. Fast kein Land befindet sich auf dem in Kyoto vorgezeichneten Reduktionspfad. Im vergangenen Jahr dürften die Kohlendioxid-Emissionen weltweit um acht Prozent höher gewesen sein als 1990. Als Gründe für diese Zunahme nennt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in seinem aktuellen Wochenbericht 45/2001 den Bevölkerungsanstieg und das global wachsende Bruttoinlandsprodukt je Einwohner, die für sich genommen zu einer Erhöhung der Kohlendioxid- Emissionen seit 1990 um fast 15 Prozent bzw. elf Prozent führten. Gebremst wurde die Entwicklung durch die gestiegene Energieproduktivität und die Zunahme emissionsfreier bzw. -ärmerer Energieträger; seit 1990 konnten die Kohlendioxid-Emissionen hierdurch um 14 Prozent bzw. vier Prozent gesenkt werden.

In den OECD-Ländern, die der Klimarahmenkonvention beitraten, haben sich die Kohlendioxid-Emissionen seit 1990 um 11 Prozent erhöht. In den Ländern, die nicht beitraten, stiegen sie um ein Drittel. In der EU-15 konnten die Kohlendioxi-Emissionen in den vergangenen zehn Jahren leicht gesenkt werden. Ohne die Sondereinflüsse in Deutschland (einigungsbedingte strukturelle Veränderungen) und in Großbritannien (Niedergang der Kohleindustrie) fielen die Emissionen in der übrigen EU in diesem Zeitraum um etwa elf Prozent höher aus. Besonders starke Zielverfehlungen attestiert das DIW Berlin den Niederlanden, Italien, Belgien, Österreich und Dänemark. Das Land mit den höchsten Emissionen sind die USA. Ihr Anteil an den weltweiten Kohlendioxid- Emissionen betrug im Jahre 2000 reichlich ein Viertel; an der weltweiten Emissionszunahme seit 1990 von etwa 1,7 Milliarden Tonnen Kohlendioxid sind sie sogar zur Hälfte beteiligt.

Deutschland senkte seine Kohlendioxid-Emissionen seit 1990 um fast 16 Prozent und leistete damit innerhalb der EU den größten Beitrag zum Klimaschutz. Dieser Rückgang hat sich in den vergangenen Jahren allerdings spürbar abgeschwächt. Die Emissionen sind 2000 gegenüber 1999 temperaturbereinigt sogar leicht gestiegen. Den größten Rückgang gab es im Vergleich zu 1990 im Energiesektor (18 Prozent), der nach wie vor der größte Emittent ist. Die privaten Haushalte emittierten zwölf Prozent weniger, und am stärksten nahm der Verkehrssektor mit 13 Prozent zu. Als „nicht allzu hoch“ bezeichnet das DIW Berlin die Chancen der Bundesregierung, das für das Jahr 2005 angestrebte Ziel einer 25 Prozent-Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen gegenüber 1990 zu erreichen. Dazu müssten weitere 100 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Der DIW-Wochenbericht Nr. 45/2001 ist im Internet unter www.diw.de abrufbar.

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