Energiewende gefordert

DIW warnt vor Abhängigkeit Deutschlands von Gasimporten

Das Institut der Deutschen Wirtschaft (DIW) warnt aufgrund des russisch-ukrainischen Gasstreits vor einer steigenden Importabhängigkeit Deutschlands. "Wir sollten auf jeden Fall vermeiden, noch abhängiger von Gasimporten zu werden. Leider ist das Gegenteil der Fall", sagte die DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert der "Berliner Zeitung".

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Die Mehrzahl der neu eingebauten Heizungen in Deutschland werde mit Gas befeuert. Auch im Kraftwerksbereich sei Gas sehr attraktiv, zudem komme es im Verkehr stärker zum Einsatz.

Kemfert forderte der Zeitung zufolge zudem eine Energiewende in Deutschland. Der Wunsch der Politik, die Konjunktur zu stimulieren, biete jetzt eine besonders gute Möglichkeit, eine Wende weg von der fossilen Energie zu schaffen. "Die Gebäudesanierung und neue Nullenergiehäuser müssen noch kräftiger staatlich gefördert werden", forderte Kemfert. In der Stromerzeugung müsse der Trend zu Gas ebenfalls gestoppt werden, sagte Kemfert dem Blatt.

Deutschland soll sich laut Kemfert stärker darum bemühen, aus möglichst vielen Ländern Gas zu erhalten. Das stärke die Verhandlungsposition und minimiere politische Risiken.

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