Nicht mehr warten

DIW: Sofortiger Klimaschutz spart hohe Kosten

Das deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin rät, bereits jetzt wirksame Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen. Je länger die Staaten warten, desto höher werden die Kosten. Ohne klimaschutzpolitische Maßnahmen ist im Jahr 2100 mit globalen Klimaschäden von bis zu 20 Billionen US-Dollar zu rechnen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Industrieländer müssen dringend Maßnahmen einleiten, um ihre Treibhausgasemissionen umgehend zu senken. Ohne klimaschutzpolitische Maßnahmen ist im Jahr 2100 mit globalen Klimaschäden von bis zu 20 Billionen US-Dollar zu rechnen, heißt es im aktuellen Wochenbericht (12-13/2005) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

Wenn erst in 20 bis 30 Jahren mit diesen Maßnahmen begonnen wird, ist eine Überschreitung der Temperaturgrenze von zwei Grad Celsius oder mehr nicht zu verhindern, bilanzieren die Experten. Dieser Temperaturanstieg würde irreversible Klimaschäden verursachen. Überdies dürften die Kosten einer heute beginnenden Klimaschutzpolitik geringer sein, als die drastischen Maßnahmen, die in 20 Jahren ergriffen werden müssten. Die Kosten aktiver Klimaschutzpolitik, die heute beginnt, würden global etwa 430 Milliarden US-Dollar im Jahre 2050, und knapp drei Billionen US-Dollar im Jahre 2100 betragen.

Eine Klimaschutzpolitik, die erst im Jahre 2025 einsetzt, würde Mehrkosten von bis zu 50 Milliarden US-Dollar im Jahre 2050 und 340 Milliarden US-Dollar im Jahre 2100 bedeuten, heißt es im DIW-Bericht weiter. Es könnten globale Klimaschäden im Jahr 2100 in der Höhe von bis zu 12 Billionen US-Dollar vermieden werden, wenn möglichst rasch mit aktiver Klimaschutzpolitik begonnen würde.

In Deutschland würde eine Klimaschutzpolitik, die schon heute wirksame Maßnahmen ergreift, 5,7 Milliarden US-Dollar im Jahre 2050 und 40 Milliarden US-Dollar im Jahre 2100 kosten. Zugleich würden damit aber Klimaschäden in Höhe von 33 Milliarden US-Dollar im Jahre 2050 und 160 Milliarden US-Dollar im Jahre 2100 vermieden.

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