Mehr Zeit

DIW-Expertin für längere Laufzeiten bei Atomkraftwerken

Würde Deutschland die Laufzeiten seiner Atomkraftwerke verlängern, könne die Zeit genutzt werden, um alternative Energien weiter zu fördern und kostengünstiger zu gestalten. Das jedenfalls sagte die Umweltexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Claudia Kemfert, dem Wirtschaftsmagazin "Focus-Money".

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

München (ddp/sm) - Die Umweltexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert, plädiert für eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken. Die Zeit könnte genutzt werden, um alternative Energien weiter zu fördern und kostengünstiger zu gestalten, sagte sie dem Wirtschaftsmagazin "Focus-Money" laut Vorabmeldung von heute.

Den Bau neuer Kernkraftwerke in Deutschland lehnt die Umweltexpertin dagegen ab. Deutschland habe durch den Verzicht auf Neubauten keine Nachteile im internationales Wettbewerb.

Die Bundesregierung hatte 2001 mit der Industrie im so genannten Atomkonsens den schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen und den Bau neuer Atomkraftwerke gesetzlich untersagt. CDU und FDP wollen den Ausstieg wieder rückgängig machen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromnetz

    Kabinett beschließt Vorrang für Erdkabel – Stromkosten steigen

    Erdkabel erhalten beim Bau der geplanten Stromautobahnen den Vorrang, so ein Beschluss des Bundeskabinetts. Der Kompromiss im Trassenstreit wird allerdings teuer: Experten gehen von drei bis acht Milliarden Euro an zusätzlichen Kosten aus. Die Ausgaben finden Verbraucher auf künftigen Stromrechnungen wieder.

  • Wechsel

    Energiewende auf Pump finanzieren

    Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner kam in Anbetracht der stetig steigenden EEG-Umlage mit einem gänzlich neuen Vorschlag auf. Zur Entlastung von Verbrauchern und Industrie sollen die Beiträge reduziert werden. Aufgelaufene Kosten könnten dann von künftigen Generationen wieder ausgeglichen werden.

  • Strompreise

    Trittin hält gegen Forderung nach Ausstieg aus Ende der Kernenergie

    "Es besteht für die Bundesregierung überhaupt kein Anlass, den mit der Stromwirtschaft vereinbarten Atomausstieg in Frage zu stellen", sagte Trittin der "Süddeutschen Zeitung". Entsprechende Überlegungen in der Wirtschaft bezeichnete er als "untauglichen Versuch", mit alter Technik möglichst lange Geld zu verdienen.

  • Stromnetz Ausbau

    VEA: Klimapolitische Ziele ohne Kernenergie nicht zu erreichen

    Auch der Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) hat die nun wieder vermehrt auftretenden Forderungen nach einem Ausstieg aus der Atomausstiegsvereinbarung begrüßt. Die umfangreichen klimapolitischen Verpflichtungen der Bundesrepublik könnten ansonsten nicht ohne überhöhte Energiepreise erfüllt werden.

  • Hochspannungsmasten

    Wirtschaft will Kernenergieausstieg rückgängig machen

    Weil nur ein breiter Energiemix unter Einschluss der Kernenergie gewährleiste, dass klimapolitische Verpflichtungen erreicht werden könnten, ohne die Energiepreise weiter in die Höhe zu treiben, will die deutsche Wirtschaft den von Rot-Grün vereinbarten Ausstieg aus der Kernenergie wieder rückgängig machen.

Top