Weltölverbrauch

DIW Berlin: Rohölpreise beruhigt, aber Unsicherheit bleibt

In seinem neusten Wochenbericht weist das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung darauf hin, dass die Preise für Rohöl bald wieder am oberen Rand des OPEC-Zielkorridors liegen werden. Allerdings könne dies bei der fragilen Lage der Weltpolitik zu hoch sein.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Die Preise für Rohöl dürften bald wieder innerhalb des Zielkorridors der OPEC von 22 bis 28 Dollar je Barrel liegen, vermutlich eher am oberen Rand. In seinem aktuellen Wochenbericht 39/2001 weist das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin darauf hin, dass ein solches Preisniveau allerdings bei der derzeit fragilen Lage der Weltwirtschaft bereits zu hoch sein könnte. Es sei deshalb auch im Interesse der OPEC, darauf hinzuwirken oder zuzulassen, dass die Rohölpreise am unteren Ende des Zielkorridors bleiben.

Seit Mitte vergangenen Jahres hätte sich das Wachstum des Weltölverbrauchs deutlich verlangsamt. In den ersten beiden Quartalen dieses Jahres sei mehr produziert als verbraucht worden, heißt es im DIW-Wochenbericht. Die OPEC hat auf den sinkenden Verbrauch mit einer Reduktion ihrer Ölgewinnung in drei Schritten um insgesamt 3,5 Millionen Barrel pro Tag reagiert. Es sei ihr gelungen, den einsetzenden Preisverfall jeweils abzuwenden. Nach den Terroranschlägen in den USA sind die Rohölpreise auf über 30 Dollar je Barrel gestiegen. Die OPEC hat diese Anschläge sofort verurteilt und erklärt, dass sie für ein ausreichendes Ölangebot sorgen werde. Das hat zwar zu einer Beruhigung der Märkte beigetragen. Die politischen Folgen der Anschläge könnten aber die Sicherheit der Ölversorgung beeinträchtigen, vermutet das DIW. Unternehmen, Haushalte und Regierungen würden möglicherweise ihre Bestände auch bei hohen Preisen aufstocken. Die saisonal ohnehin bald anziehende Nachfrage nach Rohöl würde dadurch im dritten und vierten Quartal 2001 zusätzliche Impulse erhalten.

Die OPEC verfüge derzeit - ohne Irak - über Reservekapazitäten von über vier Millionen Barrel pro Tag. Der größte Teil entfällt auf Saudi-Arabien, das seine Produktionskapazitäten zu deutlich weniger als 80 Prozent nutzt. In der aktuellen politischen Krisensituation seien solche Reservekapazitäten ein wertvolles Sicherheitspolster für den Fall, dass die Ölexporte einzelner Ölförderländer eingestellt würden. Hinzu kämen die staatlich kontrollierten Sicherheitsbestände in den OECD-Ländern von derzeit insgesamt 1,2 Milliarden Barrel. Die Reserven würden ausreichen, um alle denkbaren Lieferausfälle kurzfristig auszugleichen, bilanziert der DIW-Wochenbericht.

Der DIW-Wochenbericht Nummer 39/2001 ist unter www.diw.de abrufbar.

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