Anstrengungen ausweiten

DIW bemängelt fehlende Erfolge der weltweiten Klimaschutzpolitik

Trotz mancher klimaschutzpolitischer Maßnahmen seien die teilweise krassen Abweichungen zwischen den im Kyoto-Protokoll vereinbarten Klimaschutzzielen und den bisher erreichten Ergebnissen unübersehbar, bemängelt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in seinem aktuellen Wochenbericht.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - Die internationale Klimaschutzpolitik läuft nach wie vor ihren Zielen zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen hinterher. Diese enttäuschende Bilanz zieht jedenfalls das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in seinem aktuellen Wochenbericht (37/2004).

Trotz mancher klimaschutzpolitischer Maßnahmen seien die teilweise krassen Abweichungen zwischen den im Kyoto-Protokoll vereinbarten Klimaschutzzielen und den bisher erreichten Ergebnissen unübersehbar. So seien die Treibhausgas-Emissionen im Jahre 2002 in den OECD-Ländern, die Ende 1997 in Kyoto eine Emissionsreduktion bis zur Periode 2008/2012 zugesagt hatten, noch um napp acht Prozent höher als im Basisjahr 1990. Die Emissionen von Kohlendioxid, dem mit großem Abstand wichtigsten Treibhausgas, seien nach vorläufigen Schätzungen im Jahre 2003 weltweit um nahezu vier Prozent gestiegen. Damit waren die Kohlendioxid-Emissionen im Jahre 2003 um fast ein Fünftel höher als 1990.

Trotz der Entschlossenheit der EU, das Kyoto-Protokoll umzusetzen, zweifelt das DIW Berlin an der Erreichung der Ziele. Grund sind u.a. die überwiegend sehr moderaten Emissionsvorgaben in den Nationalen Allokationsplänen für den Emissionshandel. Innerhalb der EU-15 hätten nach den vorliegenden Emissionsinventaren lediglich Großbritannien, Frankreich und Schweden ihre Reduktionsziele schon heute übertroffen. Deutschland käme ihnen recht nahe. Dies könne kein Anlass sein, mit den klimaschutzpolitischen Anstrengungen nun nachzulassen, zumal längerfristig noch schärfere Reduktionsziele verwirklicht werden sollen, mahnt das DIW.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Brexit

    Stromfirmen und Klimaschutz: Mögliche Brexit-Folgen für den Energiemarkt

    Eon und RWE erwarten keine größeren Konsequenzen wegen des Brexits für ihr Stromgeschäft in Großbritannien. Beide Unternehmen sind in größerem Maße auf der Insel vertreten. Im Energiebereich bereitet aber der CO2-Handel Experten Sorgen.

  • CO2 Emissionen

    SZ: Russische Firmen verdienten Millionen am CO2-Handel

    Emissionszertifikate und der Handel mit diesen soll von russischen Unternehmen ausgenutzt worden sein, so ein Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Demnach sollen etwa Kunststofffirmen die Produktion von CO2 bewusst hoch getrieben und mit einem Trick anschließend Millionen verdient haben.

  • Hochspannungsleitung

    Regierung: Weitere Emissionsminderungen nach 2012 erforderlich

    Bis 2020 will die Bundesregierung die Treibhausgase gewaltig reduzieren. Schon jetzt aber zeichnet sich ab, dass die bisherigen Anstrengungen nicht genügen - vielmehr seien "weitere deutliche Emissionsminderungen in allen relevanten Bereichen erforderlich".

  • Hochspannungsleitung

    Kabinett beschließt Verordnung über zweite Periode der Emissionszuteilung

    Neben der Novelle des Energiewirtschaftsgesetz hat das Bundeskabinett heute auch die Verordnung über die Zuteilung von Treibhausgas-Emissionsberechtigungen in der Zuteilungsperiode 2005 bis 2007 beschlossen und somit die bereits verabschiedeten Gesetze zum Emissionshandel konkretisiert.

  • Hochspannungsleitung

    Deutschland leistet größten Beitrag zur Treibhausgasminderung

    Hinsichtlich der Reduzierung der Treibhausgasemissionen in der Europäischen Union nimmt die Bundesrepublik eine Führungsrolle ein: Zwischen 1990 und 2002 gingen die Emissionen bereits um 19 Prozent zurück. Damit hat Deutschland mehr als zwei Drittel der von der EU insgesamt verlangten Reduzierung erbracht.

Top