Hohes Preisniveau im Norden und Osten

Direkte Marktdaten: VEA macht Strompreisvergleich transparenter

Mit Daten direkt aus dem Markt hat der VEA jetzt einen neuen Strompreisvergleich für Sondervertragskunden vorgelegt. Das Ergebnis: Kunden im Netzgebiet der EWR Worms oder der RWE Net haben es gut.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Mit seinem aktuellen Strompreisvergleich bietet der Bundesverband der Energie-Abnehmer e.V. (VEA) nach eigenen Angaben erstmals ein realistisches Bild der Preise für Sondervertragskunden. Während früheren Vergleichen die Normpreise der Lieferanten zugrunde lagen, stützt sich der neueste Vergleich auf Daten direkt aus dem Markt. Die Zahlen mit Stand 1. Januar 2002 zeigen weiterhin deutliche regionale Unterschiede: Besonders stark werden Stromkunden im Norden und Osten zur Kasse gebeten.

"Mit der Umstellung unseres Strompreisvergleichs sorgen wir für Klarheit bei den Kunden", erläutert Dr. Volker Stuke, Geschäftsführer des VEA. "Einige Versorger haben sich mit ihren Standardpreisen weit vom Marktgeschehen entfernt bzw. wollten generell keine Preise nennen. In unserem neuen, nur auf der Marktkenntnis des VEA beruhenden Vergleich, spiegelt sich die Marktrealität wider." Der VEA-Vergleich zeigt deutlich, dass Stromkunden im Norden und vor allem im Osten deutlich mehr für die Ware Strom zu entrichten haben. So beträgt der durchschnittliche Strompreis in den neuen Bundesländern 6,83 Cent pro Kilowattstunde und ist damit zehn Prozent höher als der mittlere Preis in den alten Bundesländern (6,21 Cent).

Die neue VEA-Studie berücksichtigt 50 Netzgebiete, in denen etwa zwei Drittel der deutschen Stromnachfrage anfallen. Damit zeichnet sie ein repräsentatives Bild des deutschen Markts. Veröffentlicht werden Komplettpreise, zu denen der Kunde nur noch Strom- und Mehrwertsteuer addieren muss. Die Kosten für Strombeschaffung, Netznutzung sowie Messung und Abrechnung, für das Erneuerbare-Energien-Gesetz und das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz und die Konzessionsabgabe sind bereits enthalten. Günstige Strompreise können die Kunden in den Netzgebieten der EWR Worms, RWE Net Dortmund, KAWAG Ludwigsburg, EV Offenbach und den Stadtwerken Bochum erzielen. Besonders hoch sind die Preise dagegen bei der TEAG Erfurt, der Avacon mit dem Versorgungsgebiet in Sachsen-Anhalt, der MEAG Halle, der e.dis Fürstenwalde, und der Wemag Schwerin.

"Generell müssen sich die Kunden auf steigende Strompreise einstellen", sieht Stuke voraus. Einsparpotenziale seien aber noch bei der Netznutzung vorhanden. Der VEA begrüßt die Untersuchungen der Kartellbehörden wegen des Missbrauchs bei den Netznutzungsentgelten. Sondervertragskunden empfiehlt der Verband, sich vor Abschluss eines neuen Vertrags umfassend über die Marktsituation zu informieren.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Elektrofahrzeug

    E-Autos: Das Problem mit den öffentlichen Ladesäulen

    Bei der Verbreitung von E-Autos gibt es drei wesentliche Hürden: Die Reichweite, den Kaufpreis und das Aufladen der Batterie. Letzteres stellt aber nicht wegen des Mangels an Ladepunkten ein Problem dar, sondern auch wegen des Wirrwarrs bei den Preisen und der Nutzung.

  • Offshore-Windkraft

    Offshore-Windparks: Förderkosten sinken nach erster Ausschreibung

    Für Offshore-Windparks ist gerade die erste Ausschreibungsrunde beendet worden. Damit werden deutliche Kosteneinsparungen erreicht, teilt die Bundenetzagentur mit. 2017 wird es noch zwei weitere Runden geben.

  • Stromtarife

    Dow Jones-/VIK-Strompreisindex für Dezember 2001

    Strompreisindex verhaarte auf Vormonatsniveau: Netto 6,469 Cent (12,653 Pfennig) pro Kilowattstunde hat der Strom für Industriekunden im Dezember gekostet.

  • Energieversorung

    REWAG passt Preise an

    Ökosteuer und steigende Einkaufspreise lassen die Regensburger REWAG mit der Euro-Einführung die Preise anpassen - Strom wird teurer.

  • Hochspannungsmasten

    BEE: Elektrizitätswirtschaft manipuliert Strompreise

    Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) ist überzeugt davon, dass der VDEW die Stromversorger zu unbegründeten Preiserhöhungen anstiftet. Dies ginge aus den neuesten Darstellungen des Verbandes hervor.

Top