Ökologische Steuerreform

DIHK: Unternehmen verlieren Vertrauen in die Umweltpolitik

Die Vorschläge von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) für eine ökologische Steuerreform stoßen in der Wirtschaft auf scharfe Kritik, Unternehmen fürchten eine einseitige Belastung, so der DIHK. Zudem sprechen sich in einer Umfrage gut drei Viertel aller Unternehmen für längere Laufzeiten von Atomkraftwerken aus.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Angesichts "immer neuer Vorschläge fehlt den Unternehmen zunehmend das Vertrauen in die Ausgewogenheit umweltpolitischer Entscheidungen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben der "Berliner Zeitung" (Dienstagausgabe): "Die Furcht vor einer einseitigen Belastung der Wirtschaft nimmt zu."

Laut einer repräsentativen Umfrage des DIHK sind 78 Prozent aller deutschen Unternehmen für eine Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen. International üblich sei eine Laufzeit von mindestens 40 Jahren, heißt es bei den Unternehmen, berichtet das Blatt. Deshalb sei es nicht nachvollziehbar, dass die "nach dem Stand von Wissenschaft und Technik errichteten und betriebenen deutschen Kernkraftwerke schon vorzeitig vom Netz gehen" sollen.

Gleichzeitig wird von rund 60 Prozent der Unternehmen die Erhöhung des Anteils regenerativer Energien als sinnvoll begrüßt. Der langfristige Umbau der Energieversorgung werde als notwendig erachtet, dabei sehen die Firmen allerdings die massive Steigerung der Energiepreise "sehr kritisch".

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