Sichere Stromversorgung im europäischen Verbund

Die Leistungsbilanz der Stromwirtschaft bis 2005

Dr. Konstantin Staschus, Geschäftsführer des Verbandes der Netzbetreiber – VDN - beim VDEW, bestätigte gestern in Berlin, dass die Stromversorgung in Kontinentaleuropa bis 2005 sicher sei. Allerdings wird der Unterschied zwischen stundengesicherter Nettoleistung und Last geringfügig bis 2005 weiter abnehmen. Die Auslastung steigt laut Staschus auf 93 Prozent.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Bei der Vorstellung der Leistungsbilanz der deutschen Stromwirtschaft gestern in Berlin wagte Dr. Konstantin Staschus, Geschäftsführer Verband der Netzbetreiber – VDN - beim VDEW, einen Blick in die Zukunft. "Bei allen Unsicherheiten, die Prognosen eigen sind, bietet die Vorschau über drei Jahre einen wichtigen Indikator zur Versorgungssicherheit. Falls sich ein Leistungsmangel abzeichnen sollte, zum Beispiel bei fehlender Reserve für Regelleistung, können so noch Maßnahmen zur Verhinderung von Defiziten und Versorgungsunterbrechungen getroffen werden", begründete Staschus die vorausschauende Leistungsbilanz.

Die Vorschau bis 2005 zeige eine sichere Stromversorgung. Allerdings wird der Unterschied zwischen stundengesicherter Nettoleistung und Last geringfügig bis 2005 weiter abnehmen. Die Auslastung steigt laut Staschus auf 93 Prozent. "Wegen der hohen Im- und Exporte muss die deutsche Leistungsbilanz immer im europäischen Zusammenhang beurteilt werden."

Staschus: "In dem rund 550.000 Megawatt umfassenden kontinental-europäischen Strommarkt mit 20 Ländern und 400 Millionen Einwohnern, also von Portugal bis Polen, von Italien und Griechenland bis Deutschland und Frankreich, liegt die Auslastung 2003 bis 2005 bei etwa 88 Prozent. Auch in Kontinentaleuropa ist daher die Stromversorgung sicher. Allerdings sind einige europäische Länder wie Italien und die Niederlande besonders von Importen abhängig. In der südosteuropäischen Region mit Griechenland, Jugoslawien und Mazedonien gibt es Leistungsdefizite - zum Teil als Auswirkung der Kriege."

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