Die Grünen: Neue Impulse für die Altbaumodernisierung notwendig

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Anlässlich der Tagung "Klimaschutz am Bau" erklärt Franziska Eichstädt-Bohlig, bau- und wohnungspolitische Sprecherin der Grünen: Alle Experten sind sich einig: In der energetischen Sanierung des Gebäudebestandes liegen die größten, kurzfristig erschließbaren CO2-Minderungspotentiale. Wir Bündnisgrünen haben mit dem Erneuerbare Energien-Gesetz und Förderprogrammen Solarenergie, Windkraft und Biomasse zum Boom verholfen. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass moderne Energieeffizienztechnologien und die energetische Erneuerung von Gebäuden in Schwung kommen. Das nützt nicht nur der Umwelt und dem Klimaschutz. Kaum ein Wirtschaftssektor hat eine höhere Beschäftigungswirkung: 1 Milliarde Investitionen schaffen hier bis zu 13.000 neue Arbeitsplätze im Handwerk, in der Bauwirtschaft und in der Industrie. Deswegen setzen sich auch Wirtschaft und Gewerkschaften engagiert für neue Impulse für die Altbauerneuerung ein.


Unsere Fraktion hat hierfür Vorschläge erarbeitet, wie neue Impulse für die Altbausanierung gegeben werden können. Die wichtigsten Punkte sind: Die Energieeinsparverordnung muss ein Erfolg für den Klimaschutz werden. Notwendig sind hierfür eine stringente primärenergetische Bewertung ohne Ausnahmen für Strom und unbürokratische, aber wirksame Regelungen für den Vollzug. Wer eine Wohnung mietet oder kauft, soll nicht länger energetisch "die Katze im Sack" kaufen müssen. Wir setzen uns deshalb für Energiekennzahlen für alle Gebäude ein, die dem Mieter oder Käufer mit der Heizkostenabrechnung oder bei Kauf oder Anmietung vorgelegt werden sollen. Wir wollen ein neues Altbausanierungsprogramm in Höhe von mindestens 3 Milliarden DM Kreditvolumen jährlich auflegen. Dafür wären 600 Millionen DM Förderung notwendig. So können bis zum Jahr 2005 die CO2-Emissionen der privaten Haushalte um 10 Prozent gesenkt und rund 50.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.


Geld allein reicht nicht: Moderne Energiespartechniken und -Bauweisen sind längst marktgängig, aber bei den zahlreichen verstreuten Akteuren des Bau- und Ausbaugewerbes noch nicht "angekommen". Wir brauchen deshalb intensive Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, Weiterbildung und Qualifizierung von Handwerkern, Ingenieuren und eine bessere Koordination der vielen regionalen und dezentralen Aktivitäten. Dies könnte eine Bundesagentur Klimaschutz oder eine entsprechende Stiftung übernehmen, die von Bund, Ländern Umweltverbänden, Wirtschaft und Gewerkschaften gemeinsam getragen wird.

Das könnte Sie auch interessieren
Top