Standortnachteile

Die Energiewende, das Schreckgespenst der Industrie

Die Energiewende könnte die stromintensive Industrie teuer zu stehen kommen. Schätzungsweise um neun Prozent werde der Strompreis 2012 im Vergleich zu diesem Jahr steigen, teilte der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) am Mittwoch in Berlin mit. Es drohten Nachteile im internationalen Wettbewerb.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Nach dem Abschalten von acht Kernkraftwerken im März seien zudem Netzstabilität und Stromqualität beeinträchtigt. Bereits Stromausfälle im Millisekundenbereich bedeuteten für die Industrie teure Ausfälle, da Notstromaggregate erst nach rund zehn Sekunden anliefen.

Abhilfe könnten laut Verband mehr Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung schaffen. Daher mache es keinen Sinn, diese klimafreundliche Energieerzeugung mit der Ökostrom-Umlage zu belasten.

Maschinenbauer fordern Netzausbau

Unterdessen hat der Präsident des Verbandes der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA), Thomas Lindner, klare politische Entscheidungen für den Ausbau von Stromnetzen und Speichern gefordert. Er sei momentan skeptisch, ob dafür überhaupt Planungs- und Genehmigungskapazitäten bestünden, sagte Lindner am Dienstag in Berlin.

Die Maschinen- und Anlagenbauer erwarteten für dieses Jahr ein Produktionsplus von 14 Prozent erwartet, weitere 4 Prozent 2012. Kurzarbeit, Zeitarbeit und Arbeitszeitkonten seien entscheidend für die Krisenbewältigung der flexiblen Branche gewesen. Lindner forderte die Politik auf, von der Zeitarbeit die Finger zu lassen.

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