Preissteigerungen

Die Aufwertung des Schweizer Franken und die Folgen

Die Nachricht schlug wie eine Bombe in der Finanzwelt ein: Der Kurs des Schweizer Franken wurde freigegeben.

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Die Nachricht schlug wie eine Bombe in der Finanzwelt ein: Der Kurs des Schweizer Franken wurde freigegeben. Nun gibt es keinen vorgeschriebenen Mindestkurs mehr, zu dem Euro in Franken getauscht werden können. Die Folge: Der Franken wertet drastisch auf, der Euro gerät unter Druck. Für Verbraucher dürfte das bedeuten: Schweizer Produkte und auch der Urlaub im Nachbarland dürften deutlich teurer werden. Noch schlimmer trifft es ausländische Kreditnehmer.

Hintergrund: Franken und Euro

Die Schweizer Nationalbank hatte bisher einen Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro festgelegt. Um die Wirtschaft und vor allem das Exportgeschäft zu schützen, sollte es nicht teurer werden - auch wenn die Bank mehrfach intervenieren musste, um den Kurs zu kontrollieren. Nachdem diese Bindung jetzt überraschend aufgegeben wurde, rauschte der Franken in die Höhe, der Euro in den Keller, die Börsen spielten verrückt. Zeitweise gab es beim Franken einen Wertzuwachs von 30 Prozent gegenüber Euro und Dollar. Auch der Dax knickte ein.

Weniger Franken für den Euro

Am 16. Januar lag der Wechselkurs bei rund 1,03 Franken für einen Euro, also bei deutlich weniger als den 1,20 Franken, die es zuvor mindestens für einen Euro geben musste. Wer also nun Euro in Franken wechselt, bekommt weniger für sein Geld. Das betrifft Schweiz-Urlauber, die eine Vignette kaufen oder sich für den Aufenthalt mit örtlicher Währung eindecken. Der Urlaub in der Schweiz dürfte etwa um 15 bis 20 Prozent teurer werden, schätzt man aktuell. Problematisch wird es aber auch für den Handel. Steigende Preise für Schweizer Produkte drohen, Importeure und auch Verbraucher müssten sich mittelfristig auf steigende Preise einstellen.

Schulden in der Fremdwährung

Auch ausländische Kreditnehmer trifft die Entscheidung der Notenbank hart. So haben beispielsweise viele Österreicher einen Kredit im Nachbarland aufgenommen - in Franken. Mit der Aufwertung der Schweizer Währung steigen demnach auch die Schulden. Auch das Bundesland Wien hat ein Drittel seiner Kredite in der Franken aufgenommen. Der Absturz des Euro hat den Schuldenstand bereits um mehrere Hundert Millionen Euro erhöht, so das Handelsblatt. In Polen oder Kroatien gibt es ebenfalls zahlreiche Haushalte, die Immobilienkredite in Franken abbezahlen.

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