Unverbindlich gelten

DGB fordert Gorleben-Erkundungsstopp über 2010 hinaus

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt fordert eine Verlängerung des Erkundungsstopps für das geplante Atommüllendlager in Gorleben. Das bestehende Moratorium müsse über 2010 hinaus so lange verbindlich gelten, bis andere Standorte untersucht wurden, heißt es in einem am Montag vorgelegten Forderungskatalog.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hannover (ddp-lsa/red) - Zudem müsse eine Betriebszeitverlängerung für Atomkraftwerke ausgeschlossen werden, damit die Atommüllmengen nicht ständig zunähmen und der Druck zur Lösung der Endlagerfrage zusätzlich verstärkt werde, hieß es.

Der Widerspruch bei der Atomenergienutzung bestehe darin, einerseits jahrzehntelang Anlagen zu betreiben und andererseits keine Lösung für die dabei entstehenden radioaktiven Abfälle zu haben. Derzeit existieren den Angaben zufolge 125 000 Kubikmeter radioaktiver Reststoffe, deren Menge sich bis 2040 mehr als verdoppeln wird. Für die sichere Entsorgung dieser Abfälle müsse eine überzeugende Lösung gefunden werden, hieß es.

Der DGB verlangte von der niedersächsischen Landesregierung, die Probleme im maroden Atommülllager Asse sicher zu lösen. Zudem müsse sie sich aktiv daran beteiligen, Alternativen zur Endlagerung radioaktiver Abfälle in Gorleben aufzuzeigen.

Der Salzstock in Gorleben wurde zwischen 1979 und 2000 über- und untertägig auf eine Eignung als Endlager erkundet. Im Rahmen ihres Atomabkommens mit der Stromwirtschaft ließ die rot-grüne Bundesregierung die Arbeiten in Gorleben im Jahr 2000 unterbrechen, das Moratorium gilt bis längstens 2010.

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