Deutschland verbraucht mehr Primärenergie

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
Der gesamte Primärenergieverbrauch ist in Deutschland nach ersten Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen in den zurückliegenden neun Monaten dieses Jahres auf etwa 352 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE) gestiegen; das waren 3 Millionen Tonnen oder 0,9 Prozent mehr als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Zu diesem Ergebnis hat in erster Linie die gute konjunkturelle Entwicklung aber auch die etwas kühlere Witterung beigetragen.


Der Mineralölverbrauch lag mit 139 Millionen Tonnen SKE um 2,1 Millionen Tonnen SKE (1,5 Prozent) unter dem Vergleichswert für 1999. Vor allem die starken Rückgänge beim Absatz von leichtem (knapp 6 Prozent) und schwerem Heizöl (9,6 Prozent) sowie von Ottokraftstoff (4 Prozent) bestimmten die gesamte Verbrauchsentwicklung. Der Erdgasverbrauch stieg im 1. bis 3. Quartal 2000 im Vorjahresvergleich um 1,5 Millionen Tonnen SKE (2,2 Prozent) auf 71,6 Millionen Tonnen SKE. Maßgeblich hierfür waren insbesondere der höhere Einsatz in der Industrie sowie die weiter gestiegene Zahl erdgasbeheizter Wohnungen. Demgegenüber ging der Erdgaseinsatz zur Stromerzeugung leicht zurück.


Der Verbrauch von Steinkohle war mit 47,5 Millionen Tonnen SKE um 1,5 Millionen Tonnen SKE (3,2 Prozent) höher als vor einem Jahr. Ursächlich dafür war vor allem die günstige Konjunktur in der Stahlindustrie. Der Steinkohleverbrauch der Elektrizitätswirtschaft war annähernd stabil. Die Importe an Kraftwerkskohle und Kokskohle haben sich leicht erhöht. Der Braunkohleverbrauch nahm um 1,7 Millionen Tonnen SKE (4,6 Prozent) auf 38,9 Millionen Tonnen SKE zu. Die um 5,6 Prozent höheren Lieferungen an die Kraftwerke führten zu diesem Anstieg. Hier wirkten sich vornehmlich die Inbetriebnahmen der neuen ostdeutschen Braunkohlenkraftwerke in Lippendorf und Boxberg mit einer Gesamtleistung von fast 2800 MW aus. Die Stromerzeugung der Kernkraftwerke erreichte mit rund 46 Millionen Tonnen SKE nahezu den Vorjahreswert.


Der Anstieg bei Wasser- und Windkraftanlagen machte etwa ein Fünftel aus. Der Verbrauch von Sonstigen Energieträgern (in erster Linie Brennholz und andere erneuerbare Energieträger) stieg gegenüber dem Vorjahr geringfügig.

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