Stromdrehscheibe

Deutscher Strommarkt gut vernetzt mit dem Ausland

Deutschland ist innerhalb von Europa Stromtransitland Nummer eins. Die Kapazität der deutschen Kuppelstellen für den grenzüberschreitenden Stromhandel entspricht in diesem Jahr etwa 21 Prozent der höchsten Stromnachfrage im Inland - das sind europaweit Höchstwerte.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (red) - "Der deutsche Strommarkt ist weit geöffnet für Lieferungen aus dem Ausland. Die Kapazität der deutschen Kuppelstellen für den grenzüberschreitenden Stromhandel entspricht 2005 bereits 21 Prozent der höchsten Stromnachfrage im Inland", erklärte Eberhard Meller, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes VDEW diese Woche in Berlin. Der "Verbundgrad" liege damit deutlich über der EU-Vorgabe von zehn Prozent der Erzeugungskapazität.

Deutschland sei durch seine zentrale Lage in Europa Stromtransitland Nummer eins, führte Meller aus. Mit Ein- und Ausfuhren von zusammen fast 96 Milliarden Kilowattstunden habe Deutschland auch 2004 in punkto grenzüberschreitende Stromlieferungen an erster Stelle gelegen, hat der Verband der Netzbetreiber (VDN) ermittelt.

Die Auslastung der Kuppelstellen an den deutschen Außengrenzen werde durch Versteigerungen von Übertragungskapazitäten optimiert, hieß es weiter. Dies geschehe zunehmend in Koordination mit den Nachbarstaaten. So gebe es beispielsweise in Prag ein zentrales Auktionsbüro mit deutscher Beteiligung. Damit werde der Stromhandel Deutschlands mit Polen, Tschechien und ab 2006 auch mit der Slowakei gestärkt.

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