Russischer Gasstreit

Deutsche Gasversorgung nicht in Gefahr / Speicher reichen 75 Tage

Die Versorgung Deutschlands mit Erdgas ist ungeachtet des Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine auf absehbare Zeit gesichert. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums verwies am Freitag in Berlin auf die Möglichkeit des Umstiegs auf andere Quellen im Fall eines Exportstopps.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Zudem seien die Gasspeicher in Deutschland "fast vollständig gefüllt". Die Vorräte reichten, um Deutschland 75 Tage lang mit Gas zu versorgen. Deutschland deckt der Sprecherin zufolge 36 Prozent seines Gasbedarfs durch Importe aus Russland. Die Gasleitungen verlaufen durch die Ukraine.

Auch gebe es die Möglichkeit zur Vergrößerung anderer Importe, etwa aus Norwegen, sagte die Sprecherin. Die Bundesregierung sehe die Lage als "nicht dramatisch" an. Es gebe keinen Anlass zur Sorge. Auch die Gaswirtschaft betrachte die Situation als "entspannt".

Die von mehreren Politikern geforderte Vermittlung durch Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in dem Gasstreit hält die Bundesregierung nicht für erforderlich. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte in Berlin, die Regierung verfolge "sehr aufmerksam" die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine. Die störungsfreie Versorgung mit Gas sei wichtiger Bestandteil der Beziehungen Deutschlands mit beiden Ländern. Man sei auf Arbeitsebene mit beiden Seiten im Gespräch, ohne aber eine Vermittlerrolle anzustreben, "auf welcher Ebene auch immer". Die Bundesregierung gehe davon aus, dass Russland und die Ukraine ihren Lieferverpflichtungen nachkommen.

Der russische Gaskonzern Gasprom will die Preise für seine bisher zu Vorzugsbedingungen gelieferten Gasmengen an das ukrainische Staatsunternehmens Naftogas zum Jahreswechsel fast verfünffachen. Falls kein Vertrag darüber zustande kommt, hat er für den 1. Januar einen Stopp der russischen Gaslieferung in die Ukraine angedroht.

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