Positionierung

Deutsche Essent strebt Beteiligung an mehreren Stadtwerken an

Auf einer Pressekonferenz in Hamburg kündigte der führende niederländische Strom- und Gasversorger Essent an, über seine deutsche Tochtergesellschaft einen beträchtlichen Beitrag zur aktuellen Umstrukturierung des deutschen Energiemarktes leisten zu wollen. Dazu werden Beteiligungen an diversen deutschen Stadtwerken angestrebt.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Der führende niederländische Strom- und Gasversorger Essent N.V. will über seine deutsche Tochtergesellschaft Deutsche Essent GmbH einen beträchtlichen Beitrag zur aktuellen Umstrukturierung des deutschen Energieversorgungsmarktes leisten. Essent bewirbt sich dabei um die Beteiligung an verschiedenen Stadtwerken. "Wir sind nach Deutschland gekommen, um uns hier langfristig zu positionieren, und die Wettbewerbsfähigkeit der kommunalen Unternehmen zu stärken. Wir sehen für uns in Deutschland einen großen Wachstumsmarkt", sagte Michael G. Feist, Geschäftsführer der Deutsche Essent, heute auf einer Pressekonferenz in Hamburg.

Essent plant in den kommenden vier bis fünf Jahren den Aufbau einer substantiellen Marktposition. "Mittelfristig wollen wir in Deutschland zwei Millionen Haushalte mit Strom und Gas versorgen", kündigte Feist an. Neben Beteiligungen will Essent Unternehmen und Kommunen konkrete Kooperationsmodelle bieten. Ein wichtiges Modell ist das bereits in den Niederlanden erfolgreiche Franchise-Netzwerk "inhome", über das Haushaltskunden in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Handwerk, Service- und Wartungsleistungen für Heizanlagen sowie Sicherheitsdienste angeboten werden. Der Start in Deutschland ist in Kürze vorgesehen.

Der Aufbau einer Kapazität im Bereich der Erneuerbaren Energien passt gut zu Essent, die in diesem Sektor bereits in den Niederlanden eine bedeutende Marktposition einnehmen. "Die Essent wird darüber hinaus nun auch in Deutschland Interessen im Gasgeschäft verfolgen", erklärte Feist. "In diesem Kontext werden die Möglichkeiten in Zusammenhang mit den entsprechenden Unternehmen, die mit der Ministererlaubnis zum E.ON/Ruhrgas-Vorgang zur Disposition gestellt wurden, geprüft."

Das könnte Sie auch interessieren
  • Hochspannungsmasten

    Rekommunalisierung: Vorteile versus Verluste

    Die kommunalen Versorger laufen Sturm gegen den Atom-Deal. Sie befürchten, ihre Investitionen in kleine Kraftwerke kaum refinanzieren zu können. Doch genau mit diesen kleinen, ökologisch orientierten Vorhaben könnten die Stadtwerke in Zukunft punkten, meint man beim Beratungshaus Steria Mummert Consulting.

  • Energieversorung

    Mehrere E.ON-Töchter erhöhen Strompreise (Upd.)

    Mehrere Töchter des Energiekonzerns E.ON erhöhen ab Mai ihre Strompreise. Davon betroffen ist neben dem Norden auch der Süden Deutschlands. In Thürigen will der Stromanbieter indes die Preise bis Ende des Jahres stabil halten.

  • Hochspannungsleitung

    Deutsche Essent strebt bedeutenden Marktanteil im deutschen Energiemarkt an

    Das deutsche Tochterunternehmen der niederländischen Essent N.V., die Deutsche Essent GmbH, will ihren Marktanteil in den nächsten zehn Jahren signifikant steigern. Dazu hat sie sich um eine Beteiligung an mehreren Stadtwerken beworben. Bei den Stadtwerken Bremen, Bremerhaven und Bielefeld hat der Energieversorger bereits ein Mitspracherecht.

  • Stromnetz Ausbau

    DG BANK Branchenreport: Durchleitungspreise werden sinken

    Die DG BANK hat jetzt einen Branchenreport "Stadtwerke im Wandel" veröffentlicht. Darin prognostizieren die Volkswirte unter anderem einen Rückgang der Durchleitungspreise und einen verstärkten Verkauf kommunaler Anteile an Energieversorgungsunternehmen.

Top