Schwierige Erschließung

Deutsche Erdöl- und Erdgasförderung rückläufig

Die deutschen Erdöl- und Erdgasproduzenten haben 2009 eine sinkende Inlandsproduktion und einen deutlichen Umsatzrückgang verzeichnet. Die Erlöse der Unternehmen seien im vergangenen Jahr um rund ein Drittel auf 3,8 Millionen Euro eingebrochen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (ddp/red) - Das sagte der Vorsitzende des Wirtschaftsverbandes Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG), Gernot Kalkoffen, am Donnerstag in Hannover. Die Erdölproduktion in Deutschland sei gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent auf 2,8 Millionen Tonnen gesunken. Beim Erdgas sei ein Rückgang um 6,5 Prozent auf 14,5 Milliarden Kubikmeter verzeichnet worden.

Aufgrund der Zunahme der Erdgasförderung im Ausland sei die Gesamtproduktion der Branche jedoch nahezu konstant geblieben, fügte Kalkoffen hinzu. Weltweit förderten die WEG-Unternehmen im vergangenen Jahr zwölf Millionen Tonnen Öl und 29 Milliarden Kubikmeter Gas. Als Grund für die Umsatzeinbußen nannte Kalkoffen die niedrigen Preise, die für Erdgas um 20 Prozent und für Erdöl um 40 Prozent gesunken seien, sowie den Rückgang der Absatzmengen. Der Erdgasverbrauch in Deutschland geht Kalkoffen zufolge seit 2006 kontinuierlich zurück. Wegen der langen Kälteperiode zum Jahresanfang rechne er 2010 aber mit einem erhöhten Verbrauch.

Problematisch sei zudem die natürliche Erschöpfung der Lagerstätten in Deutschland. Die Erschließung neuer Erdöl- und Erdgasfelder erweise sich als zunehmend schwierig. Die noch nicht genutzten Gasvorkommen lägen in tieferen Erdschichten, so dass sich der Aufwand und die Kosten für die Förderung erhöhten.

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