Transparenz

Deutsche Energie-Agentur und VDEW präsentieren Vorschlag zur Stromkennzeichnung

VDEW und dena haben heute in Berlin ihren Vorschlag zur Stromkennzeichnung vorgestellt. Es knüpft an objektive energiewirtschaftliche Daten und Statistiken an. Zudem wurde ein Gestaltungs-Vorschlag für das Stromkennzeichen präsentiert, der bereits erfolgreich bei Verbrauchern getestet wurde.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Im Rahmen einer ganztägigen Veranstaltung präsentierten die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) und der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) heute ihren Vorschlag für die nationale Umsetzung der europarechtlich erforderlichen Stromkennzeichnungspflicht. Verbraucher- und Umweltverbände, Gewerkschaften, Industrieverbände sowie Vertreter der Strombörsen wurden gebeten, den Lösungsvorschlag im Rahmen der Veranstaltung zu diskutieren.

Hintergrund für die zukünftige Stromkennzeichnung ist die neue Elektrizitäts-Binnenmarkt-Richtlinie vom 26. Juni 2003 im Rahmen der Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Diese Richtlinie verpflichtet die EU-Mitgliedsstaaten, die Kennzeichnung von Strom in nationales Recht umzusetzen. "Seit der Liberalisierung der Strommärkte ist eine einheitliche Stromkennzeichnung umso wichtiger", betonte dena-Geschäftsführer Stephan Kohler. "Der Verbraucher kann sich nur dann für eine rationelle oder regenerative Energieerzeugung entscheiden, wenn er über den Energieträgermix und die jeweiligen Auswirkungen auf die Umwelt informiert ist."

Der gemeinsame Vorschlag zur Stromkennzeichnung soll den Verbraucher bei seinen Entscheidungen unterstützen und auch den marktwirtschaftlichen Anforderungen nach effizienten Lösungen Rechnung tragen. "Erfassung, Transfer, Aufbereitung und Darstellung der Daten müssen transparent und einfach umsetzbar sein und dürfen die Marktfunktionalität nicht beeinträchtigen", erklärte der stellvertretende VDEW-Hauptgeschäftsführer Eckhard Schulz.

Der gemeinsame Lösungsvorschlag von VDEW und dena für das Stromkennzeichen knüpft an objektive energiewirtschaftliche Daten und Statistiken an. Darüber hinaus wurde ein Gestaltungs-Vorschlag für das Stromkennzeichen präsentiert, der bereits erfolgreich bei Verbrauchern getestet wurde.

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