Strategie

Deutsche Energie-Agentur gibt Startschuss für energiewirtschaftliche Studie

Das wichtigste Ziel der Studie ist die Erarbeitung einer Strategie für die Optimierung eines fossilen und regenerativen Kraftwerkparks. Dabei wird besonders die Integration von Windkraftanlagen – auf See und an Land – in das deutsche Verbundsystem berücksichtigt, auch unter Beachtung der internationalen Rahmenbedingungen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Der deutsche Kraftwerkpark steht in den nächsten Jahren vor einem starken Erneuerungs- und Umstrukturierungsprozess. Knapp 40 000 Megawatt an Kraftwerkleistung müssen bis zum Jahr 2020 in Deutschland neu gebaut werden. Dabei kommt der Frage nach dem zukünftigen Kraftwerkmix eine bedeutende Stellung zu. So wird zurzeit intensiv über den Anteil von Kohle- und Gaskraftwerken und den weiteren Ausbau der regenerativen Energieträger, insbesondere der Windenergie, und deren Systemauswirkungen diskutiert.

Um eine sichere Diskussions- und Entscheidungsgrundlage für die Ausgestaltung der Rahmenbedingungen für einen zukünftigen Kraftwerkpark zu schaffen, gibt die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) in diesen Tagen eine grundlegende Studie in Auftrag, die die energiewirtschaftlichen Auswirkungen des weiteren Ausbaus der regenerativen Energieträger auf das Verbundsystem und den zukünftigen Kraftwerkpark untersuchen wird. "Mit der Beauftragung dieser Studie sind wir einen riesigen Schritt vorwärts gekommen", erläutert Stephan Kohler, Geschäftsführer der dena. "Erstmals ist es gelungen, sämtliche Akteure an einen Tisch zu bringen. Die Inhalte, Zielsetzungen und Rahmenbedingungen der Studie wurden im Konsens festgelegt, sowie die Finanzierung gemeinsam sichergestellt."

Das wichtigste Ziel der Studie ist die Erarbeitung einer Strategie für die Optimierung eines fossilen und regenerativen Kraftwerkparks. Dabei wird besonders die Integration von Windkraftanlagen – auf See und an Land – in das deutsche Verbundsystem berücksichtigt, auch unter Beachtung der internationalen Rahmenbedingungen. Die Studie gliedert sich in drei Teile, mit den folgenden zentralen Punkten: (1) Entwicklung von energiewirtschaftlichen Szenarien, in denen der Anteil an regenerativen Kraftwerken und ihrer Stromerzeugung in den Jahren 2007, 2010 und 2020 ermittelt wird, sowie die Entwicklung des konventionellen Kraftwerkparks. (2) Untersuchung der Auswirkungen auf das Verbundnetz unter besonderer Berücksichtigung der erforderlichen Verstärkungs- und Ausbaumaßnahmen, aber auch des Netzmanagements. (3) Entwicklung der Systemanforderungen im Kraftwerkpark, mit dem Schwerpunkt auf die optimale Bereitstellung von Regel- und Reserveenergie.

Die Studie wird im Auftrag der dena von einem Konsortium unter der Leitung von Prof. Dr. Walter Schulz, Energiewirtschaftliches Institut der Universität Köln erstellt. Die Zwischen- und Endergebnisse werden darüber hinaus von den externen Sachverständigen Prof. Dr. Jürgen Schmid vom Institut für Solare Energieversorgungstechnik (Kassel) und Dr. Martin Schmieg von der DIgSILENT GmbH (Gomaringen) überprüft. In einer studienbegleitenden Projektsteuerungsgruppe und einem Fachbeirat werden die Finanziers auch inhaltlich eingebunden. Die Erarbeitung der Studie kostet 680 000 Euro und wird von den beteiligten Akteuren finanziert. Die Ergebnisse der Studie werden im Frühjahr 2004 präsentiert.

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