Sparkurs

Deutsche Bank schließt Filialen und gibt Postbank auf

Die Deutsche Bank ist auf Kurswechsel: Die Mehrheit an der Postbank soll aufgegeben werden, außerdem stehen weitere Filialschließungen an. Für die Kunden der Postbank soll sich zunächst nicht viel ändern.

Postbank

Stuttgart/Bonn (dpa/tmn/red) - Noch gehört die Postbank zur Deutschen Bank. Doch das soll sich bald ändern. Bis Ende 2016 will die Deutsche Bank die Mehrheit an der Tochter abgeben, Ziel sei ein kompletter Ausstieg. "Kunden können aber gelassen bleiben", erklärt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Es bleibt vorerst alles beim alten, wie auch ein Sprecher der Postbank dem dpa-Themendienst am Montag bestätigte.

POstbank soll weiter zur Cash Group gehören

Das heißt konkret: Girokonto, IBAN, BIC, Kredite - an all diesen Punkten ändert sich für Postbank-Kunden erst einmal nichts. Auch Geldautomaten können künftig wie gewohnt benutzt werden. Die Zugehörigkeit der Postbank zur Cash Group wird nach Aussage des Postbank-Sprechers weiterbestehen.

Laufende Verträge bleiben bestehen

Auch auf laufende Verträge hat die Entscheidung, die Postbank zu verkaufen, keine Auswirkungen. Sie bleiben nach Auskunft des Geldinstituts zu den aktuellen Konditionen bestehen. "Ein Vertrag muss eingehalten werden", erklärt der Verbraucherschützer. Das bedeutet natürlich aber auch: Kunden müssen ihren Verpflichtungen ebenfalls wie vereinbart nachkommen, zum Beispiel zur Zahlung von Kreditraten.

Deutsche Bank will 200 eigene Filialen schließen

Möglicherweise müssten Kunden aber damit rechnen, dass einzelne Filialen geschlossen werden. "Das kann Ihnen bei einer anderen Bank aber auch passieren", sagt Nauhauser. Konkrete Pläne hierzu gibt es nach Auskunft der Postbank nicht. Zu den Sparplänen bei der Deutschen Bank jedoch gehört auch die Schließung von 200 der etwa 750 Filialen bis zum Jahr 2017. Die Filialen der Berliner Bank sind bei der Zahl 750 mit eingerechnet. Wie viele Stellen von dem Schrumpfkurs betroffen sind, blieb zunächst offen. Ende 2014 zählte der Konzern gut 98.000 Vollzeitstellen.

Einige Änderungen doch möglich

Auch neue Bedingungen oder geänderte Preise könnten auf die Kunden der Postbank zukommen. "Konkrete Änderungen werden sich vermutlich ergeben, wenn ein neuer Eigentümer feststeht", erklärt der Verbraucherschützer.

Quelle: DPA

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