Aktion

Deutsch-polnische Proteste gegen Kohleabbau

Rund 200 deutsche und polnische Braunkohlegegner haben am Wochenende gegen den Aufschluss neuer Tagebaue beiderseits der deutsch-polnischen Grenze und die geplante CO2-Verpressung demonstriert. Mit Fackeln zogen die Demonstranten auf die Markersdorfer Brücke über die Neiße. Hier zeigten sie den Schriftzug "Stop Coal".

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Schenkendöbern (ddp-lbg/red) - Mit der Aktion wurde symbolisch eine gemeinsame deutsch-polnische Resolution an die Teilnehmer des UN-Klimagipfels verabschiedet, der vom 7. bis 18. Dezember im dänischen Kopenhagen stattfindet. In dem von den Kundgebungsteilnehmern unterzeichneten Papier fordern die Braunkohlegegner unter dem Motto "Klimaschutz kennt keine Grenzen" von den Konferenzteilnehmern, dass "sie sich ihrer Verantwortung stellen und über Ländergrenzen hinweg verbindliche, ehrgeizige und mutige Schritte zur Rettung unseres Planeten vereinbaren".

An der Protestaktion nahmen mehrere Bürgerinitiativen der von der Abbaggerung bedrohten Dörfer aus der Lausitz und den polnischen Nachbarorten Gubin und Brody teil, teilten die Veranstalter mit. Gemeinsam hatten die deutschen und polnischen Braunkohlegegner zuvor bei einem Bürgerforum in der Turnhalle von Groß Gastrose ihre Kritik in der Resolution an den Tagebauplänen in der Lausitz und in Polen formuliert.

90 Prozent gegen neuen Tagebaue

"Unser Volk hat neue Tagebaue abgelehnt und darauf sind wir stolz", sagte ein Mitglied der polnischen Bürgerinitiative aus Gubin unter dem Beifall der Kundgebungsteilnehmer. Die Einwohner aus den Gemeinden Gubin und Brody hatten bei einem Bürgerbegehren am 8. November mit über 90 Prozent der Einwohnerstimmen den Aufschluss neuer Tagebaue abgelehnt. Geplant sind jenseits der Grenze nach polnischen Angaben ein neuer Braunkohletagebau in unmittelbarer Nachbarschaft des Tagebaus Jänschwalde-Nord und ein neues Braunkohlekraftwerk mit einer Leistung von 2400 Megawatt (MW).

Bei Umsetzung der Pläne würden laut polnischer Bürgerinitiative über 2000 Menschen aus 13 Ortschaften ihre Heimat verlieren. Bei der vorgesehenen Abbaggerung der Ortsteile Atterwasch, Grabko und Kerkwitz in der Gemeinde Schenkendöbern wären rund 900 Einwohner von einer Umsiedlung betroffen. Aus Protest planen Tagebaugegner aus Deutschland und Polen planen am 3. Januar 2010 einen internationalen Sternmarsch an der Neiße.

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