Erdölvorkommen

Deutsch-kanadische Firma will in der Lausitz Erdöl fördern

Das deutsch-kanadische Unternehmen Central European Petroleum (CEP) will ab dem Jahr 2012 in der Lausitz Erdöl fördern. Zunächst muss allerdings geklärt werden, ob eine wirtschaftliche Produktion überhaupt möglich ist. 20 Messlinien werden anfänglich untersucht.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Forst (ddp/red) - Im Herbst dieses Jahres werde die Firma in den Brandenburger Landkreisen Dahme-Spreewald und Spree-Neiße mit der Erkundung möglicher Öllagerstätten beginnen, sagte das Mitglied der Geschäftsführung, Jacobus Bouwman, am Donnerstag in Forst. "Wenn eine wirtschaftliche Produktion möglich ist, könnten wir in drei bis vier Jahren mit der Förderung beginnen", kündigte er an.

Auf einer Fläche von 1800 Quadratkilometern, für die CEP die Konzessionsrechte von Brandenburg erhielt, wolle das Unternehmen zunächst 20 Messlinien mit einer Länge von jeweils acht bis zehn Kilometern untersuchen. Das Gebiet erstrecke sich von Lübben bis Jänschwalde. Die geophysikalischen Messungen sollen vorzugsweise auf Feldern, Straßen und in Wäldern mit einem Vibrationsverfahren durchgeführt werden. "Dabei werden Mensch und Natur nicht beeinträchtigt", sagte der CEP-Umweltbeauftragte Raimund Seitz.

Als zweiter Schritt ist für 2010 die Auswertung und Interpretation der geophysikalischen Daten vorgesehen. Danach müssten neue Genehmigungen für Erkundungsbohrungen eingeholt werden, die das Unternehmen derzeit für 2011 plane, hieß es. Ein Jahr später könnte nach einem erneuten Genehmigungsverfahren die Produktion starten.

Die Lagerstätten an der polnischen Grenze sind den Angaben zufolge bereits seit DDR-Zeiten bekannt. Teilweise wurden sie damals auch schon ausgebeutet, die Produktion wurde jedoch aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Durch gestiegene Rohölpreise und verbesserte Technologien könnte sich eine Förderung nun wieder lohnen. Derzeit wird in Brandenburg in Küstrin-Kietz (Landkreis Märkisch-Oderland) unweit der polnischen Grenze aus einem kleineren Feld Öl gefördert.

"Die endgültige Entscheidung über den Abbau treffen die Gesellschafter nach der Prüfung der Wirtschaftlichkeit", sagte Bouwman. Momentan gehe der Firmenvorstand davon aus, dass sich das eingesetzte Kapital "in einem Bereich der Verdoppelung bis hin zum 50-fachen Gewinn" bewege. CEP sei zuversichtlich, dass sich der Abbau von Erdöl und Erdgas in der Lausitz lohne.

Bouwman verwies dabei auf die früheren Abbaugebiete in Tauer und Märkisch-Buchholz, bei denen eine Million Barrel Öl sowie 500 Millionen Kubikmeter Erdgas gefördert worden seien. Die Wahrscheinlichkeit sei groß, dass es in den angrenzenden Gebieten ähnliche Vorkommen gibt. Die Erkundung bleibe in Brandenburg dennoch ein "großes finanzielles Wagnis". Eine finanzielle Unterstützung vom Land oder den Kommunen dafür gebe es nicht.

Sollte Erdöl gehoben werden, müsste CEP zehn Prozent des Gewinns, den sogenannten Förderzins, an das Land Brandenburg abführen. "Wir werden mit Sicherheit kein zweites Dubai", sagte Spree-Neiße-Landrat Dieter Friese (SPD). Dennoch würde die Erdölgewinnung in der Lausitz in Zeiten knapper werdender Rohstoffe einen wichtigen Beitrag für einen ausgewogenen Energie-Mix leisten.

CEP hat nach eigenen Angaben derzeit 15 Mitarbeiter, die Experten aus der Erdöl- und Gasindustrie sind. Im Mittelpunkt stehe die umweltverträgliche Exploration und Förderung von Kohlenwasserstoff-Vorkommen. Das Unternehmen sucht derzeit auch in Mecklenburg-Vorpommern auf zwei Feldern nach Erdöl und Erdgas.

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