Wüstenstrom

Desertec heißt angeblich nicht mehr Desertec

Das Industriekonsortium für den Import von Wüstenstrom nach Europa legt einem Medienbericht zufolge den Namen Desertec ab. Offenbar will man damit der Gefahr einer Verwechslung mit der gleichnamigen Stiftung entgegenwirken. Der Wunsch, sich voneinander abzugrenzen, sei auf beiden Seiten erwachsen, hieß es.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/red) - Die Unternehmen, die bis 2012 die wirtschaftliche Machbarkeit ausloten wollen, gehen damit auf Distanz zu den Initiatoren des visionären Projekts, der Stiftung Desertec Foundation, wie das "Handelsblatt" (Freitagsausgabe) berichtet. Die Desertec Industrial Initiative werde künftig nur noch mit der Kurzform DII GmbH auftreten. Nach einem griffigen Namenszusatz werde noch gesucht.

Sowohl bei der GmbH als auch bei der Stiftung wird der Vorgang dem Blatt zufolge bestätigt. In der Vergangenheit sei es immer wieder zu Verwechslungen gekommen, sagte Katrin-Susanne Richter, Vorstand der Desertec Foundation in Hamburg: "Die Marke 'Desertec' gehört der Desertec Foundation."

Die Stiftung sieht sich dem Blatt zufolge bewusst als "Non-Profit"-Organisation, die weltweit erneuerbare Energien aus den Wüsten nutzen will, um möglichst viele Menschen damit zu versorgen. Die Idee für Desertec war bereits 2003 entstanden. 2008 wurde die Stiftung gegründet.

Im vergangenen Jahr schlossen sich dann zunächst zwölf Unternehmen zu einem Konsortium zusammen, um bis 2012 konkret auszuloten, ob sich ein Desertec-Projekt für Europa wirtschaftlich realisieren lässt. Die DII GmbH soll einen Business-Plan entwickeln, wie Strom mit Solar- oder Windanlagen in Nordafrika und dem Nahen Osten produziert werden kann, um damit einen Teil des europäischen Strombedarfs zu decken.

Streit gebe es nicht, betonen zwar beide Seiten, wie das Blatt weiter schreibt. Es habe aber von beiden Seiten den Wunsch gegeben, sich abzugrenzen. Die Industrie versuche die Erwartungen zu relativieren, die die Foundation geweckt habe. Sie hatte in einer Studie die gigantische Investitionssumme von 400 Milliarden Euro genannt. An der Zielsetzung ändere sich durch die Namensänderung nichts, sagt ein DII-Sprecher: "Aber wir müssen ein realistisches Szenario für die industrielle Umsetzung entwickeln."

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