Er rollt wieder!

Derzeit in Deutschland unterwegs: Castortransport nach Gorleben

Heute Vormittag soll der Atommülltransport von La Hague nach Gorleben die deutsche Grenze passieren. Es werden 15.000 Polizisten und 10.000 Demonstranten erwartet.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Der umstrittene Atommülltransport, der gestern Abend in der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague gestartet ist, wird heute Vormittag an der deutsch-französischen Grenze erwartet. Aus diesem Grund bereiten sich im Wendland Polizisten und Castorgegner auf das Eintreffen im Zwischenlager Gorleben vor.

Geplant ist, dass die sechs Castor-Behälter in Dannenberg auf Lastwagen umgeladen werden. Voraussichtlich am Mittwoch werden sie von dort ins 20 Kilometer entfernte Zwischenlager in Gorleben gebracht. Vor allem dort wird dann mit Protesten von Atomkraftgegnern gerechnet. Schon gestern Abend kam es allerdings bei Splietau und Quickborn zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und den Atomkraftgegnern. Insgesamt erteilte die Polizei 166 Platzverweise. 198 Mal wurde die Identität von Demonstranten festgestellt, wegen Widerstand habe es dabei 14 Festnahmen gegeben. 18 weitere Menschen seien in Gewahrsam genommen worden. Grund: Die Behörden hatten Demonstrationen und Aktionen in einem Korridor von 50 Metern beiderseits der Transportstrecke und am Zwischenlager verboten.

Auch das Bundesverkehrsministerium ist aktiv geworden: Minister Kurt Bodewig schränkte wegen des Castor-Transports den Flugverkehr ein. Entlang der Strecke von Lüneburg nach Gorleben sind Flüge in einer Höhe bis etwa 1000 Meter nur mit Zustimmung von Polizei und Bundesgrenzschutz erlaubt.

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