COWAM

Derzeit in Berlin: Dialog über Endlagerung

Die Europäische Kommission hat die COWAM im Jahre 2000 ins Leben gerufen, damit Entscheidungsträger gemeinsam mit nichtstaatlichen Organisationen und der Industrie Vorschläge für dauerhaft tragfähige Konzepte zur Entsorgung radioaktiver Abfälle erarbeiten. Bis 10. Juli findet die diesjährige Konferenz in Berlin statt.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Seit heute und noch bis Samstag findet in Berlin die EU-Fachkonferenz "Community Waste Management 2" (COWAM) statt. 150 Teilnehmer aus 13 EU-Ländern werden ihre Erkenntnisse und Erfahrungen bei der Entsorgung radioaktiver Abfälle austauschen.

Mit dabei ist auch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), das so den internationalen Dialog bei der Entsorgung radioaktiver Abfälle fördern will. "Die COWAM unterscheidet sich von anderen Fachtagungen zur Endlagerung radioaktiver Abfälle, weil hier nicht nur die auf diesem Gebiet arbeitenden Wissenschaftler und Behörden, sondern auch direkt von der Endlagerung betroffene Menschen und Organisationen zu Wort kommen", beschreibt BfS-Vizepräsident Henning Rösel. Neben Vertretern des Bundesumweltministeriums stellen beispielsweise Umweltorganisationen wie Greenpeace und Vertreter aus Finnland, wo bald ein neues Atomkraftwerk gebaut wird, die Thematik aus ihrer Sicht dar.

Ein Schwerpunkt der Tagung sind die Vorschläge, die der Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte (AkEnd) für den deutschen Auswahlprozess erarbeitet hat. Dabei werden insbesondere die Rolle der Öffentlichkeitsbeteiligung sowie der regionalen Entwicklungsarbeit präsentiert. Weitere Schwerpunkte der Veranstaltung sind die Beteiligung der betroffenen Menschen an Entscheidungsprozessen, der Einfluss lokaler Akteure auf nationale Entscheidungen, die Qualität von Entscheidungsprozessen und die langfristige Tragfähigkeit von Entscheidungen

Die Europäische Kommission hat die COWAM im Jahre 2000 ins Leben gerufen, damit Entscheidungsträger gemeinsam mit nichtstaatlichen Organisationen und der Industrie Vorschläge für dauerhaft tragfähige Konzepte zur Entsorgung radioaktiver Abfälle erarbeiten. Während einige Staaten bereits über Erfahrung bei der Endlagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen verfügen, gibt es weltweit noch kein Endlager für hochradioaktive Abfälle. Die COWAM soll den teilweise sehr unterschiedlichen Interessen verschiedener Organisationen eine Plattform für Diskussionen bieten, damit diese in zukünftigen Endlagerkonzepten Berücksichtigung finden.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Kraftwerk

    EU rechnet Atomstrom-Kosten offenbar künstlich niedrig

    Die EU verschleiert in ihren Zukunftsplänen für Europas Energieversorgung laut einer Studie die wahren Kosten von Atomstrom und benachteiligt dadurch die ökologische Stromerzeugung. Die Kosten für Atomstrom würden "systematisch" unterschätzt, jene für alternative Energieerzeugung überschätzt.

  • Atommüll

    Atommüll-Endlagersuche: Alles auf Anfang

    Ein halbes Jahrhundert nach Inbetriebnahme des ersten Kernkraftwerks gibt es jetzt einen parteiübergreifenden Minimalkonsens für die Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll. Bund und Länder einigten sich am Dienstag in Berlin tatsächlich auf ein Standortsuchgesetz.

  • Hochspannungsleitung

    Morgen: Entscheidung über Baurecht für Zwischenlager Gundremmingen

    Das Zwischenlager, das mit 192 Castor-Plätzen das größte in Deutschland werden soll, hat bereits vom Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter das atomrechtliche Plazet erhalten. Dagegen waren 76 000 Einwendungen erhoben worden. Morgen gibt Günzburgs Landrat Hafner seine Entscheidung bekannt.

  • Stromtarife

    Weniger Atomtransporte durch Zwischenlagerung

    Umweltminister Jürgen Trittin hat am gestrigen Donnerstag in Berlin den 2003er-Bericht des Bundesamtes für Strahlenschutz vorgestellt. Während die Strahlenbelastung durch den Wegfall innerdeutscher Atommülltransporte zurückgegangen sei, stößt die hohe medizinische Strahlenbelastung auf Kritik.

  • Hochspannungsmasten

    Koch für Neubau von Kernkraftwerken

    Der hessische Ministerpräsident Roland Koch hat die Energiewirtschaft aufgefordert, nicht darauf zu warten, dass die Politik den Neubau eines Kernkraftwerks unterstützt. Die Unternehmen sollten einfach einen Antrag stellen, damit die Politik dann einen Wiedereinstieg gesetzlich möglich machen kann.

Top