Statt Kanzlergipfel

Der Tagesspiegel: VDEW erwartet "Clement-Gipfel"

Nach Absage des Kanzler-Gipfels geht der Branchenverband VDEW davon aus, dass ein Gespräch mit Wirtschaftsminister Wolfgang Clement stattfinden wird. Man habe von der Politik ein gewisses Entgegenkommen erwartet, sagte VDEW-Chef Meller dem Tagesspiegel und sei jetzt vorallem an einer Versachlichung interessiert.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Eberhard Meller, Hauptgeschäftsführer des Verbands der deutschen Elektrizitätswirtschaft (VDEW), zeigte "Verständnis" für die Absage des Energiegipfels beim Kanzler.

"Ich gehe davon aus, dass es statt des Kanzler-Gipfels jetzt einen Clement-Gipfel geben wird", sagte Meller dem Tagesspiegel (Samstagausgabe). "Wir sind an einer Versachlichung der gesamten Strompreisdiskussion interessiert", führte er aus.

Die Bundesregierung hatte Zugeständnisse von der Energiewirtschaft gefordert, damit es überhaupt zu diesem Treffen nach der massiven Kritik an steigenden Strom- und Gaspreisen kommt. Die Bereitschaft der Konzerne zu Zugeständnissen war aber nur gering. Im Gegenteil: "Auch wir haben erwartet, dass die Politik ein gewisses Entgegenkommen zeigt", sagte Meller weiter.

Der VDEW-Chef machte deutlich, dass ein Preismoratorium kein Thema für die Branche ist. Auch ein Energiegipfel wäre nicht in der Lage gewesen "auf Knopfdruck ein Preismoratorium zu beschließen", sagte Meller dazu. Man hätte auch keine "Rückrufaktion" starten können.

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