Gutachten

Der Tagesspiegel: E.ON und Vattenfall befürchten Milliardenkosten durch Windkraft

Der geplante massive Ausbau der Windenergie führt bei den Energiekonzernen E.ON und Vattenfall Europe zu zusätzlichen Kosten in Höhe von mehr als 2,3 Milliarden Euro. Dies geht aus einem Gutachten für die beiden Unternehmen hervor, berichtet der Tagesspiegel (Montagausgabe). Grund: Die Versorgungsgebiete der Unternehmen decken die Nord- und Ostseeküsten ab.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

E.ON und Vattenfall sehen sich von den Vorgaben des Bundesumweltministers besonders betroffen weil ihre Versorgungsgebiete die Nord- und Ostseeküsten abdecken. Dort stehen die meisten Windräder. Nach einem Gutachten, das die beiden Stromversorger bei der Technischen Hochschule Aachen in Auftrag gegeben haben, belaufen sich die Kosten in den nächsten Jahren auf gut eine Milliarde Euro für den Ausbau der Leitungsnetze sowie jährlich rund 1,35 Milliarden Euro für das Vorhalten zusätzlicher Kraftwerkskapazitäten, um Stromschwankungen bei der Windenergie auszugleichen. Die Unternehmen müssten allein 1500 Kilometer neue Hochspannungsleitungen bauen, um den mit Windkraft gewonnenen Strom zu den großen Verbrauchszentren zu transportieren, heißt es in dem Gutachten.

E.ON und Vattenfall fordern, dass diese zusätzlichen Kosten auf alle Stromversorger verteilt werden und nicht allein von den eigenen Kunden getragen werden müssen.

Weiterführende Links
Das könnte Sie auch interessieren
  • Hochspannungsleitung

    Starkstromleitung durch Thüringer Wald nicht notwendig

    Der Bau einer neuen Hochspannungstrasse durch den Thüringer Wald im Zuge der vom Energiekonzern Vattenfall geplanten 380-kV-Starkstromleitung von Halle nach Schweinfurt ist nicht notwendig. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das 33 Landkreise, Kommunen und Bürgerinitiativen aus Thüringen und Bayern in Auftrag gegeben hatten.

  • Stromnetz Ausbau

    Weiterer Wirbel um noch nicht veröffentlichte Wind-Studie

    Die verfrühte Veröffentlichung von Ergebnissen einer Studie zur Windenergie ist sowohl von der Deutschen Energie Agentur als auch dem Branchenverband BWE kritisiert worden. Zentrale Aussage des Zeitungsberichts: Die Versorgungssicherheit mit Strom sei schon heute wegen der Windenergie gefährdet.

  • Strom sparen

    Italien ohne Strom: 57 Millionen Menschen von Blackout betroffen

    Binnen nur sechs Wochen ist es gestern zum weltweit vierten spektakulären Stromausfall gekommen: In Italien saßen 57 Millionen Menschen im Dunklen. In Deutschland sei ein ähnliches Szenario nicht denkbar, heißt es nach wie vor - doch werden künftige Investitionen in Kraftwerke und Leitungen immer wichtiger. Auch potenzielle Terroranschläge werden bereits erörtert.

  • Stromnetz Ausbau

    Schröder zu Vattenfall: Wichtiger Schritt auf Weg der Neuordnung

    Bundeskanzler Gerhard Schröder hat am 22. Mai auf der Konferenz der Vattenfall Europe AG in Berlin von einem "wichtigen Schritt auf dem Weg der Neuordnung der Energiewirtschaft in Deutschland und Europa" gesprochen. Nachfolgend veröffentlichen wir seine Rede in der Originalversion.

Top