Versorgungssicherheit

dena warnt vor fehlenden Kraftwerkskapazitäten

Die Deutsche Energieagentur (dena) spricht sich wiederholt für den Bau neuer Kohle- und Erdgaskraftwerke aus. Bis 2020 seien etwa 15 neue Großkraftwerke erforderlich. Die derzeit gesicherten Kraftwerksplanungen reichen nicht aus, um in Zukunft die Stromnachfrage zu Höchstlastzeiten preiswert, sicher und klimaschonend zu decken.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Wird die Erneuerung der Stromproduktion aus Kohle und Erdgas nicht forciert, werden alte und ineffiziente fossile Kraftwerke mit deutlich höherem CO2-Ausstoß länger in Betrieb bleiben, so die dena. Das würde zu höheren Strompreise führen und die Klimabilanz belasten.

"Wir haben keine Stromlücke, sondern eine Effizienzlücke. Der Strom wird teurer und schmutziger, wenn der Bau effizienter Kohle- und Erdgaskraftwerke nicht vorangetrieben wird", sagte dena-Geschäftsführer Stephan Kohler auf der Konferenz "Kraftwerke und Netze für eine nachhaltige Energieversorgung" in Berlin. Der Ausbau der erneuerbaren Energien müsse mit gesicherter Leistung aus effizienten und flexiblen Kohle- und Erdgaskraftwerken gekoppelt werden. Die Herausforderung liege darin, das Gesamtsystem möglichst effizient zu optimieren.

Netzausbau und Energiespeicher nötig

Weiter fordert die dena, auch den Ausbau des Höchstspannungsnetzes zu beschleunigen, damit der Windstrom von den geplanten Offshore-Anlagen in Nord- und Ostsee zu den Verbrauchszentren im Süden und Westen Deutschlands geleitet werden kann. Laut dena-Netzstudie I müssen bis 2015 neben der Optimierung der bestehenden Trassen neue Höchstspannungsleitungen mit einer Länge von insgesamt 850 Kilometern gebaut werden.

Um die schwankende Leistung aus Windkraftanlagen effizient nutzen zu können, sei außerdem die Nutzung beziehungsweise Integration von vorhandenen und neuen Energiespeichern in das Versorgungssystem erforderlich. Eine intelligente Steuerung des Stromsystems soll schließlich dafür sorgen, Verbrauch und Erzeugung besser aufeinander abzustimmen.

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