Feldversuch

dena testet Energiepass für Nichtwohngebäude

Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) testet jetzt im Feldversuch eine neue Berechnungsvorschrift zur Energiepassausstellung für Nichtwohngebäude auf ihre Praxistauglichkeit. Insgesamt werden für etwa 40 Gebäude Energiepässe ausgestellt und die Erfahrungen der Aussteller evaluiert.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die EU-Richtlinie "Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden" sieht ab 2006 die Einführung von Energiepässen für bestehende Gebäude vor. Das gilt nicht nur für Wohnimmobilien, sondern auch für so genannte Nichtwohngebäude, d.h. für Gebäude aus den Bereichen Dienstleistungen, Handel und Gewerbe sowie öffentliche Gebäude. Während der Energiepass für Wohngebäude nur den Energiebedarf für Warmwasser und Beheizung umfasst, muss der Energiepass für Nichtwohngebäude auch Gebäudekühlung, künstliche Beleuchtung und Lüftung beinhalten, so die Agentur.

Wie die dena berichtet umfassen die Gebäude, für die jetzt ein Energiepass ausgestellt wird, u.a. Verwaltungsgebäude, Rathäuser, Schulen, Veranstaltungshallen und Schwimmbäder. Der neue Feldversuch läuft bundesweit. Fast alle Bundesländer sind mit mindestens einem Gebäude vertreten. Erste Erfahrungen werden während des Feldversuchs auch mit dem öffentlichen Aushang von Energiepässen gemacht, da die EU-Richtlinie für öffentliche Gebäude von über 1000 qm Nutzfläche den Energiepass-Aushang an gut sichtbaren Stellen vorschreibt .

Dieser Feldversuch ist bereits der zweite zum Thema Energiepass, den die dena durchführt. Wie berichtet, hatte sie im letzten Jahr unter Einbeziehung aller wichtigen Marktpartner einen Prototyp für einen bundeseinheitlichen bedarfsorientierten Gebäudeenergiepass für Wohngebäude entwickelt und ihn unter Praxisbedingungen erprobt. Die Ergebnisse waren sehr positiv: Der dena-Energiepass wird von Wohnungs- und Hausbesitzern verstanden und am Markt akzeptiert, er ist zu niedrigen Kosten erstellbar und kann dem Modernisierungsmarkt neue Impulse zur Schaffung von Arbeitsplätzen geben.

Wie geht es weiter mit dem Energiepass? Die nationale Umsetzung der EU-Richtlinie erfolgt mit der in 2006 anstehenden Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV). Die dena wird weiterhin Experten sowie Hauseigentümer zum Thema informieren und die Markteinführung von Energiepässen für nächstes Jahr vorbereiten.

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