Integration

dena: Ausbau der Windenergie optimieren

Die Sicherheit und die Qualität der Stromversorgung könne nur gewährleistet werden, wenn ein interaktives Einspeisemanagement und neue Netzanschlussbedingungen verwirklicht würden. Daher forderte die dena Wind-, Netz- und Kraftwerksbranchen auf, ihr Vorgehen aufeinander abstimmen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (red) - Stephan Kohler, Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena), hat bei einer Konferenz zur dena-Netzstudie dazu aufgerufen, die Integration der Windenergie in die Stromversorgung Deutschlands entschlossen und innovativ voranzutreiben. "Die Verbundnetze sind für den kommenden Windenergieausbau und den europäischen Strombinnenmarkt nicht ausreichend ausgelegt. Bei Planung und Genehmigung dürfen wir keine Zeit verlieren, sonst kommt der Ausbau der Windenergie ins Stocken", sagte er in Berlin.

Laut der umstrittenen dena-Netzstudie müssen neue Hochspannungstrassen auf einer Länge von 850 Kilometern gebaut und auf 400 Kilometer verstärkt werden, um den Windstrom zu den Verbrauchern zu transportieren. Im Rahmen der Konferenz wurden vor allem die Herausforderungen diskutiert, die mit einer zunehmenden Integration von Windenergie in das Stromnetz verbunden sind. Es ging insbesondere um die aktive Beteiligung der Windparks an der Netzbetriebsführung, die Unterstützung des Verbundnetzes im Fehlerfall, die Bereitstellung von Regelleistung, die Möglichkeiten zur Nachrüstung von alten Windenergieanlagen sowie verstärktes Repowering, und die effiziente Speicherung von Energie.

"Die Sicherheit und Qualität der Stromversorgung kann nur gewährleistet werden, wenn wir ein interaktives Einspeisemanagement und neue Netzanschlussbedingungen verwirklichen. Die neuen großen Windparks müssen sich wie Großkraftwerke verhalten", kommentierte Stephan Kohler. Dennoch seien die anstehenden Aufgaben lösbar, wenn Wind-, Netz- und Kraftwerksbranchen ihr Vorgehen aufeinander abstimmen.

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