Einsparpotenzial

Den Heizölpreisen ein Schnippchen schlagen: "Gebäude-Check Energie"

Das Ministerium für Städtebau und Wohnen und die Energieagentur Nordrhein-Westfalen bieten Hausherren einen neuen Service an: den "Gebäude-Check Energie". Für nur 25 Euro kontrollieren geschulte Handwerker Bauten auf Wärmeisolierung und Heizanlage - derart kann man ordentlich Heizkosten sparen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Heizöl ist in Nordrhein-Westfalen derzeit 25,4 Prozent teurer als noch vor einem Jahr. Allein in der vergangenen Woche schnellte der Preis um fast fünf Prozent in die Höhe. "Ein guter Grund zu überprüfen, ob die teuer erkaufte Heizwärme nicht über ungedämmte Fassaden oder ungewollte Wärmebrücken die Gebäudehülle verlässt," konstatiert Bauminister Dr. Michael Vesper. Gegen zu hohe Heizkosten gibt es jetzt ein wirksames Rezept: den "Gebäude-Check Energie", ein Angebot des Ministeriums für Städtebau und Wohnen und der Energieagentur NRW.

Viele Hauseigentümer unterschätzen noch immer das Einsparpotenzial, das ihr Gebäude birgt - und verschenken derart alljährlich viel Geld. "Bei Altbauten lassen sich durch eine bessere Wärmeisolierung und eine moderne Heizanlage zwischen 50 und 70 Prozent der Heizkosten einsparen", so Minister Vesper.

Der Gebäude-Check NRW hilft dabei: Für 25 Euro untersucht ein von der Energieagentur NRW im Rahmen des Impuls-Programms "Bau und Energie" geschulter Handwerksmeister Wohnhäuser auf energetische Einsparpotenziale und gibt Empfehlungen für sinnvolle Maßnahmen. Wer anschließend sein Haus mollig verpacken lässt, Energie- und Wärmeschlupflöcher stopft und vielleicht sogar Fenster, die Dachhaut oder den Heizkessel erneuert, profitiert davon jahrzehntelang.

Das Spektrum der Verbesserungsmöglichkeiten ist groß: veraltete Heiztechnik oder Fenster austauschen, effizientere Warmwasserbereitung, Regelungssysteme einbauen oder auch nur richtig einstellen, zeitgemäße Wärmedämmung. Ob darüber hinaus ein Gebäude für den Einsatz von Fotovoltaik oder Solarenergie in Frage kommt, überprüft der Solar-Check.

Gebäude- und Solar-Checker gibt es in allen Regionen des Landes, über 1400 Handwerker haben bisher eine Schulung der Energieagentur NRW besucht. Von den 77 Euro, die ein "Gebäude-Check" kostet, übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen 52 Euro. Gebäudeeigentümer zahlen lediglich den Differenzbetrag von 25 Euro.

Die zu untersuchenden Gebäude müssen vor 1980 gebaut sein und dürfen bis zu sechs Wohneinheiten umfassen. Auch über die verschiedenen Fördermöglichkeiten informieren die Gebäude-Checker. Eine Folge: 222 Millionen Euro vergab die Kreditanstalt für Wiederaufbau im Jahr 2002 an Darlehen für Energiesparmaßnahmen nach NRW - bei einer bundesweiten Gesamtsumme in Höhe von 871 Millionen.

Einen Gebäude-Checker in Ihrer Region kann man sich unter der Telefonnummer 01805-335226 heraussuchen lassen.

Weiterführende Links
  • Auf der Website der Energieagentur NRW gibt es eine Online-Gebäudechecker-Suche:
Das könnte Sie auch interessieren
  • Energietarife

    Heizkosten-Vergleich: Wie hoch ist der Verbrauch bei anderen?

    Wie hoch die Heizkosten sind, hängt davon ab, wie teuer Öl, Gas etc. sind. Ganz wesentlich ist aber auch, wie hoch der Verbrauch ist. Mit dem neuen Heizspiegel kann der eigene Verbrauch mit dem anderer Haushalte verglichen werden.

  • Heizkosten

    Ab 1. April: Mehr Geld für Heizkessel-Modernisierung

    Für die Modernisierung von Heizkessel oder Lüftungsanlage können ab dem kommenden Monat höhere Zuschüsse bei der KfW-Bank beantragt werden. Zwar sind die Regeln für die Förderung etwas strenger geworden, dafür sind aber bis zu 7.500 Euro an Unterstützung möglich.

  • Stromnetz Ausbau

    Neue Broschüre der Energieagentur NRW: "Sport braucht Energieeffizienz"

    Jeder Kämmerer einer Kommune, jeder Schatzmeister eines Vereins kennt die immensen Ausgaben für Beleuchtung und Heizung oder die Warmwasserbereitung für Duschen. Die kostenlose Broschüre bietet Tipps für Sportstättenbetreiber bei Energiecontrolling, Heiztechnik, Stromversorgung, Lüftung, Beleuchtung, Gebäudehülle und Solarenergienutzung.

  • Hochspannungsmasten

    Baden-Württemberg setzt EnergieSparCheck fort

    Besitzer von Häusern, die vor 1984 gebaut wurden, verschwenden möglicherweise viel Geld und Energie durch unzulängliche Wärmedämmung. Das Bundesland Baden-Württemberg hat seine Aktion "EnergieSparCheck" noch bis Ende 2003 verlängert - so können Hausbesitzer für 75 Euro Dämmungsschwachstellen von Energieberatern erkennen lassen.

  • Stromnetz Ausbau

    "100.000-Dächer": KfW vergab bis dato eine Milliarde Euro Kredite

    Im Rahmen des 1999 gestarteten "100.000 Dächer"-Solarstrom-Programms hat die KfW-Bankengruppe heute das Kredit-Fördervolumen von einer Milliarde Euro erreicht. Bislang wurden Solarstromanlagen mit einer Nennleistung von rund 190 Megawatt gefördert - genug Strom für 50.000 private Haushalte.

Top