Emissionshandel

DEKRA berät bei Biomasse-Verbrennung

Ab dem kommenden Jahr müssen Verbrennungsanlagen für ihren CO2-Ausstoß Zertifikate abgeben - dies trifft jedoch nicht auf Brennstoffe aus Biomasse zu. Wer aber auf diese zurückgreift, muss den Anteil der Biomasse am Brennstoff bestimmen und dokumentieren - dabei hilft auch die DEKRA.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (red) – Am 1. Januar 2005 beginnt in Deutschland der Emissionshandel. Ab diesem Datum müssen Betreiber von energieintensiven Anlagen ihren CO2-Ausstoß mit Zertifikaten bezahlen. Jochen Dettke, Sachverständiger der DEKRA Umwelt, erklärt, dass Brennstoffe aus Biomasse - also nicht fossilen Ursprungs - von dieser Neuregelung nicht betroffen sind. Zu diesen Ausnahmen zählen beispielsweise Holz, Biogas, Klärschlamm, Tiermehl und Biomasseanteil von Haus- und Gewerbemüll. Diese Stoffe haben per Definition einen Emissionsfaktor von Null.

Für den Einsatz von Biomasse sei in der Regel keine Umrüstung der Kesselanlage nötig. "Bis zu einem Anteil von zehn Prozent kann Biomasse problemlos zusammen mit fossilen Brennstoffen eingesetzt werden", so Jörg Maier, Abteilungsleiter am Institut für Verfahrenstechnik und Dampfkesselwesen der Universität Stuttgart. Ein negativer Einfluss auf die Lebensdauer der Anlage sei dabei nicht zu erwarten.

Große Entsorgungsfirmen produzieren bereits "Sekundärstoffe" wie die so genannten Pellets. Dies sind kleine "Müllklümpchen" mit hohem Brennwert. Der Biomasseanteil dieser aufbereiteten Abfälle hat ebenfalls einen Emissionsfaktor von Null und bietet somit eine interessante Alternative für den Betrieb von Verbrennungsanlagen, heißt es bei der DEKRA.

Wird keine reine Biomasse zur Verbrennung eingesetzt, muss der Anteil der Biomasse am Brennstoff bestimmt und dokumentiert werden. Verantwortlich dafür ist der Betreiber der Anlage. Der entsprechende EU-Leitfaden zum Monitoring schreibt vor, dass eine solche Analytik nur von Labors durchgeführt werden kann, die nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert sind, wie etwa das Labor der DEKRA Umwelt. Bei allen Fragen zum Einsatz von Biomasse in Verbrennungsanlagen und zum Emissionshandel stehen die Sachverständigen der DEKRA Interessierten zur Verfügung.

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