Bilanz

DEBRIV-Jahrestagung: Braunkohle baut Marktposition weiter aus

Deutsche Braunkohlenkraftwerke haben 2002 insgesamt 169 Millionen Tonnen Braunkohle zur Strom- und Fernwärmeerzeugung eingesetzt. Die Stromerzeugung aus Braunkohle stieg um 2,7 Prozent auf 159 Milliarden Kilowattstunden. Das entspricht einem Anteil von mehr als 27 Prozent an der gesamten deutschen Stromerzeugung.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

"Die Bedeutung der heimischen Braunkohle für eine sichere und wettbewerbsfähige Stromversorgung hat sich auch im vergangenen Jahr weiter erhöht." Das erklärte der der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Braunkohle (DEBRIV), Berthold Bonekamp. auf der diesjährigen Jahrestagung der deutschen Braunkohlenindustrie gestern in Potsdam erklärte. Die inländischen Braunkohlenkraftwerke setzten im vergangenen Jahr insgesamt 169 Millionen Tonnen Braunkohle zur Strom- und Fernwärmeerzeugung ein - ein Zuwachs von rund vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Stromerzeugung aus Braunkohle stieg um 2,7 Prozent auf 159 Milliarden Kilowattstunden. Das entspricht einem Anteil von mehr als 27 Prozent an der gesamten deutschen Stromerzeugung.

Auch die Perspektiven der Braunkohle sind nach Ansicht des DEBRIV positiv. Berufen könne sich die Branche auf eine Langfristuntersuchung der Prognos AG. Bei ausgewogener Behandlung der Ziele einer nachhaltigen Entwicklung werde Braunkohle zum wichtigsten Energieträger in der deutschen Stromerzeugung. Durch die bereits erzielten sowie künftige Reduktionen bei der Freisetzung von Kohlendioxid im Rahmen ihrer Klimavorsorgestrategie trage die deutsche Braunkohlenindustrie wesentlich zur Erreichung der Verpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll bei. Von allen fossilen Energieträgern hat, so Bonekamp, die Braunkohle bisher die größten Reduktionsbeiträge geleistet.

Eine Absage erteilte der DEBRIV-Vorsitzende überzogenen Reduktionsplänen und der einseitigen Übergewichtung von Umweltaspekten, die Deutschland von den anderen EU- und Industrieländern im Klimaschutz zu Lasten einer sicheren und wirtschaftlichen Energieversorgung abkoppeln würde. Bonekamp empfahl eine Fortsetzung der technischen Effizienzsteigerung und eine Optimierung des Brennstoffmixes bei der Stromerzeugung.

Damit bei Einführung des Emissions-Handels eine effiziente Energieproduktion unter Einschluss von modernen Kohlenkraftwerken gesichert bleibt, forderte Bonekamp, dass bei der Umsetzung der EU-Richtlinie in nationales Recht Wettbewerbsverzerrungen vermieden sowie Wachstum und Investitionen befördert werden müssten. Er reklamierte eine umfassende Einbeziehung der betroffenen Industrien und ihrer Verbände in den Entscheidungsprozess über ein entsprechende Regelwerk, den sogenannten Nationalen Allokationsplan. Bis die inhaltliche Ausgestaltung und die Modalitäten der Umsetzung dieses Regelwerks nicht festgelegt seien, gebe es keine Investitionssicherheit für neue Großkraftwerke.

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