Ungeklärt

Debatte um Bau des Kraftwerks Moorburg geht weiter

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Werner Marnette (CDU) hat eine Genehmigung des umstrittenen Kohlekraftwerks Moorburg durch den Hamburger Senat gefordert. Unterdessen legte Vattenfall einen Kompromissvorschlag vor, über den wohl Ende des Monats entschieden wird.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - "Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich schließlich doch die Vernunft durchsetzen wird", schreibt Marnette, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Norddeutschen Affinerie in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe). Gängelei wie im Falle Moorburg führe nicht zum Erfolg, sondern nehme der hiesigen Wirtschaft Planungssicherheit, verschlechtere die Wettbewerbsfähigkeit und schrecke in Hamburg und in Schleswig-Holstein dringend benötigte nationale und internationale Investoren ab.

"Durch den Ausstieg aus der Kernenergie und die altersbedingte Stilllegung von Kohlekraftwerken laufen wir ab Mitte des nächsten Jahrzehnts sehenden Auges in eine Strom-Versorgungslücke", warnte Marnette. Er fügte hinzu: "Wenn wir nicht bereits heute gegensteuern, ist der Wirtschafts- und Industriestandort Deutschland mittelfristig nicht mehr zu retten."

Die Stadt Hamburg hat indes in Person von Umweltsenatorin Anja Hajduk klargestellt, dass nicht vor Ende des Monats über die Moorburg-Frage entschieden werden wird. Zu einem zwischenzeitlich vom geplanten Betreiber Vattenfall vorgelegten Kompromissvorschlag wollte man in der Hansestadt nicht Stellung beziehen. Vattenfall-Vorstandschef Schubach hatte der "tageszeitung" gesagt, man sei bereit, die Leistung eines Kraftwerksblocks eine Zeit lang so zu drosseln, dass der CO2-Ausstoß dort dem von Gas entspricht.

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