Deal mit der DSA geplatzt: abos beantragt Insolvenz

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Anfang Februar 2001 gab der Hamburger Energieversorger DSA Deutsche Strom die Übernahme der ebenfalls in Hamburg ansässigen abos energie AG bekannt. Damals war von einem Kauf des Unternehmens die Rede, der auch alle Verbindlichkeiten der abos AG - beispielsweise gegenüber Vertriebspartnern - einschloss. Wie das strom magazin heute erfuhr, ist dieser Vertrag geplatzt. Die DSA hat jetzt lediglich die Kunden übernommen und abos hat heute einen Insolvenzantrag gestellt.


"Der Kaufvertrag ist geplatzt, weil Herr Breitenfeldt nicht dazu in der Lage war, alle nötigen Unterlagen in der ausgemachten Zeit zur Verfügung zu stellen", erklärt Klaus Aundrup, DSA-Vertriebsdirektor die aktuellen Entwicklungen in einem Gespräch mit dem strom magazin. Das bedeutet, dass sich die DSA keinen kompletten Überblick über die ausstehenden Verbindlichkeiten verschaffen konnte, und dass dadurch eine Übernahme zu riskant ist. "abos ist möglicherweise ein Fass ohne Boden", vermutet Aundrup. Problematisch in diesem Zusammenhang: abos hat der DSA im Februar 2001 zunächst die Hälfte der Kundendaten gegeben (Kunden mit Familiennahmen zwischen A und Le). Die andere Hälfte sollte bei erfolgreichem Vertragsabschluss nachgeliefert werden. "Wir hatten jetzt die absurde Situation, dass Kunden, die beispielsweise über einen Mieterbund zu abos gewechselt sind, angeschrieben wurden und andere eben nicht", so Aundrup. Die Übergabe der restlichen Daten sei problematisch gewesen. Erst gestern hat abos die Daten an die DSA weitergegeben. Aundrup: "Wir haben sofort angefangen, Schreiben an ebendiese Kunden zu versenden." Ralf Breitenfeldt, Vorstand der abos energie AG, war heute für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.


Problematisch ist die Situation nicht nur für die Kunden sondern auch für die ehemaligen Vertriebspartner der abos, die auf ihren horrenden Rechnungen sitzen bleiben. Auf Nachfrage des strom magazins zeigte sich Klaus Aundrup durchaus offen für eine Zusammenarbeit mit den "guten Vertriebspartnern" der abos. Jedoch könnten die utopischen Provisionen nicht gezahlt werden: "Wir versuchen uns auf Vergleiche für die Forderungen zu einigen", versichert Aundrup. Viele ehemalige abos-Vertriebspartner sehen das indes ganz anders. Wie das strom magazin jetzt erfuhr, planen einige von ihnen rechtliche Schritte gegen die DSA einzuleiten. "Uns hat man gesagt, wir sollen uns an abos wenden, wenn es um offene Zahlungen geht", so ein Vertriebspartner, der bis zur Klageerhebung noch unerkannt bleiben will. Da abos seit heute offiziell zahlungsunfähig ist, bleibt es zunächst ungeklärt, ob Geld fließen wird.

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