Umweltbewusst

DBU-Bilanz: 117 Millionen Mark in die Förderung regenerativer Energien investiert

Zum 15. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl (26. April) und zum Tag der Erneuerbaren Energien (28. April) zieht die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) Bilanz und will auch zukünftig den Ausbau alternativer Energieformen aktiv vorantreiben.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com
"Die Katastrophe in Tschernobyl vor 15 Jahren hat es schmerzhaft bewusst gemacht: Für eine sichere und umweltbewusste Zukunft müssen regenerative Energien stärker berücksichtigt werden", bilanziert Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, zum Jahrestag des Reaktorunglücks am 26. April. Seit ihrer Gründung vor zehn Jahren habe die DBU ein besonderes Augenmerk auf die Förderung von erneuerbaren Energien gelegt. "Mit einer Summe von 117 Millionen Mark für weit über 500 Projekte haben wir dazu beigetragen, die Akzeptanz von Sonne, Wind, Wasser und Biomasse zu erhöhen", betonte Brickwedde weiter.


"Zwar stellen erneuerbare Energien heute sehr oft noch ein Zuschussgeschäft dar. Doch angesichts der unbestreitbaren Endlichkeit herkömmlicher Energiequellen wie Öl, Gas und Kohle, die zudem die Umwelt belasten, muss eine Umorientierung auf dem Energiesektor stattfinden", forderte Brickwedde. Die DBU setze hier nicht nur auf einzelne, vorbildhafte Projekte, sondern bemühe sich auch um Initiativen mit größtmöglicher Öffentlichkeitswirkung. So stoße die Initiative "Kirchengemeinden für die Sonnenenergie" auf beispielloses Interesse. Das Kuratorium der Stiftung habe daher beschlossen, auf das überwältigende Echo zu reagieren und die Fördersumme auf 20 Millionen Mark für etwa 600 Kirchengemeinden zu verdoppeln.


Die verschiedenen Arten der Nutzung von Sonnenenergie stellen einen Schwerpunkt in der Arbeit der Stiftung dar: Für mehr als 300 Projekte wurden über 35 Millionen Mark zur Verfügung gestellt. Doch auch bei der Biomasse-Nutzung, Wasserkraft und Windenergie sind mit knapp 150 Projekten und 65 Millionen Mark Fördersumme viele innovative Ideen unterstützt worden. Besonders vorbildhaft für die Nutzung erneuerbarer Energien ist die energieökologische Modellstadt Ostritz - St. Marienthal in Sachsen. Dieser Stadt hat mit Hilfe der DBU ihren Energiehaushalt völlig auf lokale, erneuerbare Energien umgestellt: Biomasse, Wasser, Wind und Sonne. Auch Initiativen wie der mittlerweile bundesweite "Tag der erneuerbaren Energien", der anlässlich des zehnten Jahrestages der Katastrophe von Tschernobyl von der Stadt Oederan (Sachsen) ins Leben gerufen wurde, stellten wichtige Pfeiler für eine Verbreitung von alternativen Energien dar. "Im letzten Jahr haben wir Oederan als Anerkennung einen der Hauptpreise in unserem TAT-Orte-Wettbewerb verliehen", erläutert Brickwedde. Auch bei dem seit 1993 jährlich verliehenen Deutschen Umweltpreis habe die DBU immer wieder die Arbeit von Pionieren im Bereich der Klimaforschung und des Klimaschutzes honoriert: "Einer unserer ersten Preisträger war 1993 die Firma Foron, die den ersten FCKW- und FKW-freien Kühlschrank entwickelte und damit erheblich zu einer Verringerung der ozonschädigenden Gase beigetragen hat", sagt Brickwedde.


"Man muss der Bevölkerung vermitteln, dass neben den nicht von der Hand zu weisenden ökologischen Faktoren regenerative Energien auch ökonomische Vorteile bieten", appelierte Brickwedde abschließend. So sind bereits 70 000 Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstanden, bis 2020 wird mit weiteren 200 000 gerechnet. Deutschland übernehme zurzeit bei den Industrienationen eine Vorbildfunktion: 50 Prozent des in der gesamten EU erzeugten Stroms aus Windkraft würden in Deutschland erzeugt. "Diese Vorreiterrolle wollen auch wir zukünftig stützen", verspricht Brickwedde.

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