Strategie

DAX-Konzerne sparen trotz hoher Profite beim Personal

Einer aktuellen Umfrage des Berliner "Tagesspiegels" zufolge, planen viele der 30 deutschen DAX-Unternehmen trotz steigender Gewinne Einsparungen im Personalbereich, insbesondere Siemens, Allianz, Telekom und RWE. Ausnahmen: BMW und SAP. Sie würden nach erfolgreichem Geschäftsjahr Mitarbeiter einstellen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Viele der im Deutschen Aktienindex (DAX) zusammengefassten 30 Unternehmen planen trotz steigender Gewinne den Abbau von Stellen. Dazu zählen nach einer Umfrage der Berliner Zeitung "Tagesspiegel" (Dienstagausgabe) unter anderem Siemens, Allianz, Telekom und Schering.

Bereits im vergangenen Jahr hätten viele DAX-Unternehmen diese Strategie verfolgt. Dagegen würden BMW und SAP nach erfolgreichen Geschäftsjahren zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Hintergrund der Umfrage ist die Debatte um Stellenstreichungen bei der Deutschen Bank trotz eines Milliardengewinns.

Nach Angaben der Zeitung verdiente die Allianz-Gruppe 2004 mehr als dreimal so viel wie im Vorjahr, während die Mitarbeiterzahl um fast 17 Prozent sank. RWE habe einen mehr als doppelt so hohen Gewinn erzielt, die Zahl der Beschäftigten aber um über ein Fünftel reduziert - allerdings auch durch Beteiligungsverkäufe. Bei Schering seien zehn Prozent mehr Gewinn angefallen, gleichzeitig sei die Zahl der Mitarbeiter um knapp vier Prozent gesunken. Henkel habe zehn Prozent mehr verdient und die Stellenzahl um fünf Prozent verringert.

Bei der Deutschen Telekom sprudelten die Gewinne ebenfalls, die Beschäftigtenzahl solle in den Jahren 2006 und 2007 aber jeweils um 10 000 sinken. Siemens habe nach einem Gewinnplus von mehr als einem Drittel den Abbau von 1250 Stellen in der angeschlagenen Kommunikationssparte und noch einmal 1000 Stellen bei der IT-Tochter Siemens angekündigt.

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