Radioaktive Abfälle

DAtF: Bundesregierung darf Endlagerung nicht weiter verzögern

Der Salzstock Gorleben ist laut dem Deutschen Atomforum e. V. ein idealer Ort zur Entsorgung hochradioaktiver Abfälle, da schwach- und mittelradioaktive Abfälle bereits anderorts endgelagert werden. Die Bundesregierung solle die Entscheidung nicht mehr weiter verschieben und endlich eine Entscheidung treffen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (red) - Das Deutsche Atomforum e. V. (DAtF) begrüßt es, dass das Thema Entsorgung radioaktiver Abfälle mit dem Aktionszyklus des Künstlers HA Schult ("Stille Tage in Gorleben") in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden soll. Der durch die Bundesregierung erwirkte jahrelange Stillstand bei der Endlagererkundung drohe Deutschland bei der Realisierung einer sicheren Endlagerung von hochradioaktiven Abfällen immer weiter zurückzuwerfen.

Das DAfF forderte die Bundesregierung deshalb auf, endlich den Weg für eine abschließende Bewertung des Salzstockes freizumachen. Alle bisher gewonnenen Erkenntnisse bestätigten, dass der Salzstock Gorleben für eine sichere Lagerung hochradioaktiver Abfälle geeignet sei. Die vom Bundesumweltministerium angeführten Akzeptanzgründe seien nur vorgeschoben, bemängelt die Vereinigung.

Mit dem bereits genehmigten Endlager Schacht Konrad für schwach- und mittelradioaktive Abfälle und dem Salzstock Gorleben als potenziellem Endlager für hochradioaktive Abfälle verfüge Deutschland über ein im internationalen Vergleich weit vorangeschrittenes Gesamtkonzept zur sicheren Endlagerung radioaktiver Materialien. Nach dem gegenwärtigen Stand von Wissenschaft und Technik werde in allen Ländern der Erde die getrennte Endlagerung von hochradioaktiven und schwachradioaktiven Abfällen bevorzugt. Deshalb forderte das DafF die Bundesregierung auf, im Interesse der heutigen und zukünftigen Generationen die Entscheidung nicht weiter zu verschieben.

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