Sensible Daten

Datenschützerin warnt vor Fitness-Apps der Kassen

Die Datenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff hat vor dem Einsatz von Fitness-Apps gewarnt, die Daten an die Krankenkassen übermitteln. Die Vorteile klingen verlockend, aber besonders Privatversicherte sollten mit ihren Daten vorsichtig umgehen.

Fitness-Armband© ryanking999 / Fotolia.com

Berlin (AFP/red) - Die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff hat vor Fitness-Apps gewarnt, die Gesundheitsdaten von Versicherten an deren Krankenkassen übermitteln. Solche Apps, die auf Smartphones und Tablets geladen werden oder sich auf sogenannten Smartwatches befinden, "erfassen zum Teil sehr sensible Gesundheitsdaten", erklärte Voßhoff am Donnerstag in Berlin. Damit könnten Herzfrequenz, Trainingszustand, Essverhalten oder die komplette Krankengeschichte erhoben werden.

Nicht unbedacht mit Gesundheitsdaten umgehen

Voßhoff forderte von Versicherten vor allem privater Kassen, nicht unbedacht mit ihren Gesundheitsdaten umzugehen. Die mit der Offenlegung der Daten verbundenen kurzfristigen, finanziellen Vorteile sollten gegen die langfristigen Gefahren abgewogen werden, erklärte die Datenschutzbeauftragte.

Vorteile für Dokumentation gesunder Lebensweise

Eine wachsende Zahl privater Krankenversicherungen bietet Apps an, durch die Versicherte Daten etwa über die Wahrnehmung von Vorsorgeuntersuchungen oder sportliche Aktivitäten übermitteln können. Die Versicherung Generali will ab kommendem Jahr in Deutschland einen Tarif anbieten, bei dem Kunden mit gesunder Lebensweise Rabatte oder Geschenke erhalten.

Die mit solchen Versicherungstarifen angebotenen Vorteile klingen Voßhoff zufolge besonders für junge und gesunde Menschen verlockend. Prognosen über die künftige gesundheitliche Entwicklung der Versicherten könnten aber dazu genutzt werden, profilgenaue Angebote zu unterbreiten, das Leistungsspektrum entsprechend anzupassen oder künftige Risikozuschläge zu berechnen.

Gesetzlich Versicherte auch gesetzlich geschützt

Nicht nur bei den privaten Krankenversicherungen, auch bei den gesetzlichen Kassen sei ein wachsendes Interesse an Gesundheits- und Fitnessdaten ihrer Versicherten zu beobachten, erklärte Voßhoff. Während die Mitglieder gesetzlicher Kassen per Gesetz vor der unbedachten Preisgabe sensibler Daten geschützt seien, könnten die Privatversicherten der Datenerhebung vertraglich zustimmen. Der Gesetzgeber sollte solch einen Schutz auch für Versicherte privater Kassen erwägen. Derzeit gibt es bereits eine Masse von rund 400.000 Medizin-, Gesundheits- und Lifestyle-Apps auf dem Markt.

Quelle: AFP

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