Smart Meter

Datenschützer warnen vor modernen Stromzählern

Die EU-Datenschutzbehörde (EDSB) sorgt sich um Gefahren für den Datenschutz durch moderne Mess- und Abrechnungssysteme für den Energieverbrauch, das so genannte Smart Metering. Denn die Daten, die in den Systemen gesammelt werden, seien so exakt, dass noch ganz andere Rückschlüsse auf die Nutzerhaushalte möglich seien.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel (AFP/red) - Die Einführung der Smart Meter werde "die massive Sammlung personenbezogener Daten ermöglichen, mit denen verfolgt werden kann, was die Mitglieder eines Haushaltes in ihren eigenen vier Wänden tun", erklärte die Behörde am Montag in Brüssel. Der EDSB reagierte damit auf Empfehlungen der EU-Kommission zum Smart Metering vom März. Die Datenschützer fordern nun einen umfassenderen Datenschutz als bisher geplant.

Nicht nur Stromfresser würden aufgespürt

Die neuen Systeme sollen die bessere Kontrolle des Energieverbrauchs ermöglichen, um exakter abzurechnen, aber auch um Stromfresser aufzuspüren und die im Netz verfügbare Energie zu den günstigsten Zeiten zu nutzen. Die computerisierte und hochgenaue Erhebung der Daten könne aber im Extremfall beispielsweise Rückschlüsse auf das in einem Haushalt geschaute Fernsehprogramm erlauben, weil der Stromverbrauch von der Helligkeit des Bildschirms abhängt, erläuterte eine Sprecherin des EDSB.

Quelle: AFP

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